3. Quartal 2003

Con-Berichte - Übersicht - Eigene Veranstaltungen

Inhaltsverzeichnis

5. Juli 2003

Piraten auf Bärenjagd


Wieder einmal war es Samstag, wieder einmal hatte sich eine bunte Schar von Rollenspielwilligen im Bonhoefferhaus versammelt und wieder einmal hatte es Mirko sich von vornherein auf dem Meistersessel bequem gemacht. Business as usual - so könnte man diesen Tag in aller Kürze zusammenfassen. Da ein solches Vorhaben wohl nicht sehr ergiebig wäre, fühle ich mich wieder einmal berufen, die Geschehnisse dieses 05. Juli in der mir eigenen Art ein wenig ausführlicher zu schildern. Here we go:

Anwesend waren zunächst der bereits erwähnte Mirko, sein Fast-Namensvetter Mirco, sowie Carsten, Olaf, Walter (pünktlich wie immer gegen... mhh... 14:30 Uhr), Daniel sowie das Ordnungsamt der Gemeinde Tornesch (das bin ich). Olaf hatte einen Katalog mit dänischen Ferienhäusern dabei und wir guckten und schon einmal mögliche Behausungen für unsere Dänemark-Tour 2004 an. Hierbei kamen einige schlossartige Villen mit subtropischen Badeparadiesen in die engere Auswahl, fraglich bleibt nur, ob wir uns die knapp über 2.000 Euro auch wirklich leisten können... Erwähnenswert auch ein Vorfall, bei dem Carsten (über Kopf lesend) staunend fragte, ob ein Ort wirklich ‚Masturbation‘ hieße - der wirkliche Name war allerdings Mascolmshaven (oder so ähnlich.)

Tja, jetzt wissen wir, woran Carsten die ganze Zeit über denkt. Manche von uns beschlossen spontan, ihm in Zukunft nicht mehr die Hand zu geben.

Danach begann das übliche Hauen und Stechen um mögliche Spielrunden und wir einigten uns schließlich auf eine Partie von Mirkos Piratenkampagne. Hierbei setzten wir die vor einigen Wochen angefangene Handlung des Filmes "Der 13. Krieger" fort. Mit Hilfe der Einwohner hatten wir damit begonnen, ein Dorf an der thorwalschen Nordküste zu verschanzen, als wir am Horizont etwas erblickten, was man wohl am ehesten als "Feuerwurm" bezeichnen könnte. Wir machten uns also auf den Weg, um diese seltsame Kreatur näher zu betrachten und fanden heraus, dass es sich um einen kleinen Heerzug von etwa 75 Lebewesen handelte, die allesamt Fackeln trugen. Trotz einiger verpatzter ‚Schleichen‘-Proben kamen wir doch irgendwie in das Dorf zurück - mit Ausnahme von Stephans Ork, der sich total verlief und erst Stunden später eintraf.

Der Heerzug setzte zum Sturm gegen das Dorf an und wir lieferten und einen recht harten Kampf. Unsere Gegner sahen dabei wie seltsame Mensch-Ork-Bären-Hybriden aus und kämpften äußert effektiv. Sie legten einige der Verteidiger um und verschwanden dann plötzlich.

Der Gang zu einer verrückten Seherin brachte uns nicht sonderlich weiter und schon einen Tag später rückten unsere Gegner wieder an. Nachdem wir glücklich den Anführer ausschalten konnten, gelang es uns jedoch, die Wesen als schlichte Orks zu enttarnen, die sich Bärenfelle übergezogen hatten.

Gegen 19:30 und nach verspeister Pizzalieferung schlossen wir die Runde und Carsten machte sich auf den Weg nach Hause. Für ihn kam Nicolas hinzu... und schon hatten wir die ideale Hau-drauf-Besetzung für eine Fortsetzung von Mirkos "Tempel"-Abenteuer. Viel gibt es hierüber nicht zu berichten: Wir reisten erst einmal zurück in die Stadt und vertickten unsere angesammelten Schätze, um uns mit neuer Ausrüstung auszustatten. Dermaßen hochgerüstet ging es zurück in den Tempel, wo wir uns noch einige kleinere Kämpfe gegen Gegner lieferten, die allesamt chancenlos waren. Der schwere Weg in den Feuertempel sollte uns noch bevorstehen, doch der wird erst in der nächsten Sitzung beschritten werden. Gegen 1:00 endete damit dieser relativ ‚durchschnittliche‘ Tag im Bonhoefferhaus.

Wer jetzt aber glaubt, daß das Wochenende im Bonhoefferhaus schon sein Ende gefunden hätte an diesem Samstag, der ist deutlich auf der falschen Fährte. Der Sonntag beginnt zuerst mit einem Chronistenwechsel, wobei erfahrene Rollenspieler auch hier auf der falschen Fährte sind, wenn sie sich fragen, warum plötzlich die Währung des Rollenspiels Degenesis in diesem Bericht auftaucht. Nicht nur aus dramaturgischen und literarischen Gründen wechselt an dieser Stelle ein anderer in die Rolle des fleißigen Berichterstatters, sondern auch deshalb, weil Sven einfach nicht anwesend war am Sonntag. Gegen etwa 16 Uhr trafen sich einige Mitglieder der schon oft zitierten Tempelgruppe und machten sich ein weiteres mal auf zum fröhlichen Stufenkloppen. In der Eingangshalle des Feuertempels erwartete den Paladin, den zwergischen Kämpfer, den Halbcelesten und den Kobold die erste größere Gegenwehr des sonntäglichen Kreuzzuges. Zwei Magier, ein paar Bogenschützen, ein paar Nahkämpfer, Feuerelementare und anderes stellte sich todesmutig in den Weg und begann schon nach der ersten richtigen Kampfrunde die Flucht anzutreten. Was war passiert? Der Paladin war - gefolgt vom Zwergenkämpfer - unerschrocken auf die mit Feuerbällen werfenden Gegner eingestürmt, während der Kobold schon einmal sieben Stück durch einen ersten größeren Zauber zu deren Ahnen schickte. Im weiteren kurzen Rückzugsgefecht, daß die verbliebenen dann aufnahmen und ebenso schnell mit dem Leben bezahlten, kam es zu keinen Besonderheiten, wenn man einmal davon absieht, daß der Zwergenkämpfer ein wenig grummelig war, da er aufgrund seiner nicht wirklich ausgeprägten Schnelligkeit keinen einzigen Gegner erreichen konnte, bevor dieser nicht schon das zeitliche gesegnet hatte. Dem einen, dem er dann doch mal zu nahe kam, wurde schnell und rücksichtslos durch den Kobold das Leben ausgeblasen, was der Laune des Zwergen allerdings auch nicht wirklich auf die Sprünge half. Die Verschiedenen dieses ungleichen Kampfes waren dann so freundlich ihre Ausrüstung den Siegern zur Verfügung zu stellen und so zogen diese guten Mutes weiter durch den Feuertempel. Nach kurzem Suchen stießen sie dann auf die Haupthalle in der sich die oberste Kleriken gemeinsam mit einigen Skeletten, Feuersalamandern und göttlichem Beistand verschanzt hatte. Mit einem klassischen Frontalangriff begegneten unsere vier wackeren Helden dieser Herausforderung, aber nachdem sich herausgestellt hatte, daß die Klerikerin, die auf einer schwebenden Plattform eingehüllt von diversen Schutzzaubern, vom Kobold unmöglich zu verletzen war, die Skelette erheblich stärker waren als angenommen, die Feuersalamander auch nicht zu verachten waren und der Paladin mehrmals das Opfer von Flammenlanzen wurde, die vom Himmel kamen, musste wohl oder übel eine Neubetrachtung der Situation vollzogen werden. Kurz gesagt: der Paladin floh Hals über Kopf, der Halbcelest folgte ihm auf dem Fuße, auch der Kobold trat nach kurzem Rückzugsgefecht die Flucht an und lediglich der Zwerg hielt den feindlichen Horden stand. Nachdem die sehr schweren Wunden des Paladins allerdings durch einige Heilzauber wieder annähernd verschwunden waren, stürmten auch die anderen drei wieder nach vorne, mähten die Gegner rasch nieder und machten sich auf, die Klerikerin ihrer gerechten Strafe zuzuführen. Als Problem erwies sich hierbei allerdings, daß diese mit ihrer Plattform inzwischen knapp unter der siebzig Fuß hohen Decke schwebte, sie also nicht wirklich einfach von den Helden erreicht werden konnte. Zum Glück hatte allerdings der Kobold sich am Tag zuvor durchsetzen können, als in der Stadt darüber beratschlagt wurde, ob man den Zauberstab des Schwebens zugunsten der Gruppe verkaufen sollte oder nicht. Dieser Stab lies nun die drei Flugunfähigen einfach und sicher die Hallendecke erreichen, wobei an dieser Stelle eines der Probleme des Schwebezaubers zum tragen kam: Man kann nur auf und ab schweben, sich dabei aber nicht vor und zurück bewegen, ohne sich an etwas festem abzustoßen. Dank seiner Spinnenkletterschuhe lief der Paladin and der Decke entlang, wurde dabei allerdings mal wieder von einer Flammensäule begrüßt, weswegen er schon wieder die Flucht antrat, um den letzten Heilzauber des Kobolds in Anspruch zu nehmen. Unterdessen wurde der Zwerg unter heftigsten Protesten (‚Ein Zwerg wird nicht geworfen!’) vom fliegenden Halbcelesten auf die Plattform geschubst, wohin ihm kurze Zeit später auch der ein wenig geheilte Paladin folgte. Gemeinsam mit dem Celesten sorgten diese beiden dann dafür, daß die Klerikerin und zwei weitere Feuersalamander das Opfer ihrer Wut wurden und in einem unglaublichen Schlaghagel ihr Ende fanden. Nach diesem Kampf wurde sich noch ein wenig in der Haupthalle umgesehen und danach unterbrochen. Demnächst gibt es dann eine weitere Folge im Rollenspielclub ihres Vertrauens....

Sven - Walter


12. Juli 2003

Die Kampfmaschinen in der Garage gelassen


Der Samstag im Bonhoefferhaus begann mit den anwesenden Mirko, Daniel, Sven, Stephan und meiner eigenen Person. Diesmal versuchten wir, das Unvermeidliche zu vermeiden, manche von uns wollten nämlich eine Pause bei der Erst eine Partie Mechkrieger (das Rollenspiel) zu beginnen bzw. fortzusetzen.

Das geht natürlich nicht, wenn der Hälfte der Anwesenden Charaktere fehlen, und so begann die Erschaffung zweier Mechkrieger des Clan Geisterbären. Währenddessen trafen Nicolas und Mona ein, so dass für eine Runde Mechwarrior zu viele Charaktere zu erschaffen waren. Damit begann dann wieder die leidige Diskussion, was wir denn mit dem Rest des Tages anfangen wollten. Und so trat erneut das Unvermeidliche ein: Wir holten unsere D&D Charaktere raus, um die Erstürmung des Tempels fortzusetzen... jedoch nur bis etwa 9 Uhr, denn zu diesem Zeitpunkt verabschiedete sich Nicolas wieder und Mirko verschwand kurzzeitig auf eine Geburtstagsparty, um gegen 12 zurückzukehren. Was während der folgenden drei Stunden geschah, weiss ich nicht mehr so genau, außer dass ich Markus von zu Hause abholte (und mich dabei mindestens 20 Minuten verspätete).Schließlich kehrte Mirko zurück und wir rà 4umten unsere Sachen weg, um in Monas Wohnung umzuziehen - offenbar hatte sie sturmfreie Bude, sollte aber trotzdem halb eins zu Hause sein. Das die Wohnung doch nicht leer war, war einem Krankheitsfall in der Familie, die ihre Eltern besuchen wollten, zuzuschreiben, wie ich meine am Rande mitbekommen zu haben, die Leute waren aber so nett, sich selbst für die Zeit unseres Aufenthalts auszuquartieren. Dann erschufen wir die Charaktere zu Ende, so dass die Zeit gerade noch ausreichte, damit Mirko die Welt und die Vorgeschichte der Kampagne erläutern konnte. Dann war es auch schon drei Uhr und jeder, der nicht in dieser Wohnung wohnte, trat den Nachhauseweg an. Zum Spielen der Charaktere kommen wir hoffentlich ein anderes Mal.

Walter


19. Juli 2003

Ein Fall für Zwei


Hochmut kommt ja bekanntlich vor dem Fall. In Abwandlung dieses doch recht antiquierten deutschen Sprichwortes könnte man in eher neuzeitlicheren Worten ja auch sagen: He’s dead, Jim. Dass es manchmal nicht zu dieser recht endgültigen, weil doch brutalen Lösung kommen muss, zeigte uns das Beispiel des heutigen Samstags im Bonhoefferhaus. Jenes schicksalhafte Ereignis, welches fast zwei, so gut wie sicher aber einen unserer geliebten Charaktere in Borons Hallen geschickt hätte, sollte das Highlight des heutigen Tages werden.

Ein Fall für Zwei. Und das meine ich nicht im übertragenen Sinne.

Doch beginnen wir chronologisch dort, wo alles seinen Anfang nahm. Als ich gegen 14:30 im Bonhoefferhaus aufschlug, waren Mirco und Mirko bereits dabei, für letzten einen "7te See"-Charakter zu basteln. Da Mirco das System in Zukunft ganz gerne einmal meistern würde, gesellte ich mich zu den beiden, um mir ebenfalls einen neuen Helden zu erstellen. So verging die Zeit, bis sich nach und nach noch Walter, Daniel, Mona, Niels und Christin ("Ich bin 15 und würde ganz gerne mal rollenspielen." Höhö.) zu uns gesellten. Der Kennerblick verrät es sofort: Eine fast perfekte Besetzung, um Mirkos Piratenkampagne fortzusetzen. Ihr ahnt es vielleicht schon - genau dies taten wir dann auch.

Bereits in der letzten Sitzung hatten wir mit der Verfolgung des seltsamen Heerwurms begonnen. Die Spuren führten uns schließlich zu einer Schlucht, über die eine lange Hängebrücke führte, an deren Ende ein Höhleneingang zu sehen war. Genau da wollten wir hin. Und genau dies war unser Problem.

Während einige Charaktere sich direkt vor der Brücke ein Gefecht lieferten, stürmten Mircos Magier und mein Thorwaler über die Brücke, um uns einen Ork zu schnappen, der offensichtlich Verstärkung holen wollte. Die Helden von Daniel und Niels waren nicht ganz so heldenhaft und litten unter ihrer Höhenangst, so dass sie etwas langsamer hinterherkamen. Der Magier hätte den Ork auch fast erwischt, wenn er nicht... tja, wenn er sich in diesem Moment nicht rollengerecht, aber dennoch - sorry, Mirco! - saublöd verhalten hätte. Er merkte nämlich, dass er vor dem Ork eine Heidenangst hatte und machte mitten auf der Brücke wieder kehrt.

Oh-oh. Houston, wir haben ein Problem.

Problem? Ja, in der Tat: Ein Ork, der mutterseelenallein am Ende der Brücke ankommt und ungestört eines der Seile kappen kann - that’s a damn fucking problem! Mein Thorwaler konnte sich gerade noch am verbleibenden Seil festklammern und auch Niels’ Held konnte sich noch auf die andere Seite der Schlucht retten. Was mit den Helden von Daniel und Mirco geschah, die ihre Würfe total verpatzten? Nun... guckt mal auf die Überschrift.

Halten wir also fest: Wir haben eine Hängebrücke, etwa 40 Meter über einer Schlucht. Und wir haben zwei Typen, die gerade von dort herunterfallen. Hört sich nicht gut an, oder? Nun, beginnen wir mit dem glimpflicheren der beiden Schicksale. Daniels Held, der Stutzer der Runde, war erst am Anfang der Schlucht und ditschte etwas unsanft wie ein Flummi auf einigen Felsvorsprüngen auf. Nicht weiter tragisch, er überlebte den Sturz und konnte von den anderen gerettet werden. Der Magier dagegen, der sich mitten auf der Brücke befand, hatte dagegen weniger Glück ("Was soll ich jetzt mit einem verfluchten Zunderkästchen?" - Insider)

Und was passiert, wenn man "etwas weniger Glück" hat? Right: Man findet sich mit Minus 30 Trefferpunkten als blutiger Brei auf dem Grund einer Schlucht wieder. In Momenten wie diesen füllt man in Gedanken wohl bereits ein neues Heldenprotokoll aus, aber Mirko meinte es als Meister wohl gut mit seinem (Fast-) Namensvetter. Oder anders: Er wollte aus story-technischen Gründen nicht mitten im Abenteuer den einzigen Magier verlieren. Mit vieeeel Augenzudrücken und ein klein wenig (*HUST*) Würfelglück konnte der Rabe unseres Boronis dem Magier noch einen extrem guten Heiltrank bringen... äh, ja.

An dieser Stelle setzte Mirko dann den Cut. Während der Rest unter der Leitung von Daniel ein D&D-Abenteuer im Western-Stil anfing, machten sich Walter, Mirko und meine Wenigkeit auf den Weg nach Hamburg, wo wir uns im Kaiserkeller einmal mehr die Nacht um die Ohren schlagen wollten. Am Bahnhof trafen wir uns noch mit Nicolas, der ebenfalls mitkam. Gerüchten zufolge wäre der gute Olli ja auch mitgekommen, wenn... hmmm... ja, wenn er nicht in diesem Moment bereits... äh... indisponiert gewesen wäre. So verbrachten wir also die folgenden Stunden bis 7 Uhr morgens mit geistigen Getränken und recht angenehmer Musik auf der sündigsten Meile Deutschlands und erblickten erst dann wieder das gleißend helle Tageslicht, als (Zitat) "sogar die Thai-Nutten schon nach Hause gingen."

Im benebelten Zustand entstand dann auch die Idee, uns am darauf folgenden Sonntag noch einmal bei mir zu treffen, um uns die Zeit mit ein wenig D&D (das übliche Hack & Slay eben...) zu vertreiben. Da wir jedoch bald zu viele wurden, wurde die Runde kurzerhand ins Bonhoefferhaus verlegt, was einige nicht weiter zu erwähnende Personen einmal mehr an eine großen Intrige denken ließ.

Und wisst ihr was? Sie hatte recht! Die Welt ist böse! Wir Rollenspieler sind alle Wahnsinnige, die kleinen Schulmädchen ihre Unschuld (Nähere Vermutungen zu diesem Thema überlasse ich lieber anderen...) rauben wollen und sie dann mit einem Haufen plärrender Gören sitzen lassen! In diesem Sinne: SATAN! WIR OPFERN DIR! SATAN! WIR SIND DEINE BRUT! Muhahahahahahaha...

Sven


26. Juli 2003

Tornesch Cops


Neben dem fast schon als gewöhnlich zu nennenden "fröhlichem Kampfwürfeln" (auch D&D oder Temple genannt) sollte an diesem Samstag besonders der Abend im Mittelpunkt unserer rollenspielerischen Daseins stehen. Walter hatte nämlich bereits im Vorfelde angekündigt, das von ihm auf einem Con als gut befundene System "Risus" zu meistern - was er dann natürlich auch in die Tat umsetzte. Während sich eine Gruppe um Daniel zu dessen D&D-Western-Abenteuer zusammensetzte, erprobte der Rest das neue System.

Die Partie, die Walter für Mirko, Christin, Olli und mich (Sven) leitete, läßt sich eigentlich mit nur einem einzigen Wort zusammenfassen: FUN! Das Regelwerk, bestehend aus ganzen 8 Seiten schreibt im wesentlichen vor, dass sich die Charaktere einzig und allein durch Klischees zusammensetzen, in denen sie dann bestimmte Werte haben, auf die gewürfelt wird. Entscheiden ist also, zu welchem Klischee sich eine Handlung (mit einer möglichst witzigen Begründung natürlich...) zuordnen lässt. Wie das wohl funktionieren soll? Nun, dies lässt sich am einfachsten anhand unserer Gruppe darstellen: Dabei waren Al, ein MacGyver/21-Jump-Street/Baseballprofi-Verschnitt allererster Güte (Mirko), Constanze, eine nagelfeilende Mischung aus Naomi Campell, Billy The Kid und Jackie Chan (Chrissy), der von Olli gespielte und reichlich verwirrte Hauptkommissar Lassard (Ihr kennt Police Academy alle?) und ein gewisser Cedric, seines Zeichens französischer Inspektor Columbo und ehemaliger Tennisprofi.

Der Plot ist schnell erzählt: Diese vier Charaktere bildeten die Mannschaft der Tornescher Polizeistation, als auf dem alljährlichen Schützenfest eine Schlägerei gemeldet wurde. Wir rasten (Ähem...) also dort hin und wurden sofort stutzig, als einige Araber vor uns flohen. Wir konnten diese bis in die Tornescher Kirche verfolgen, wo sie sich verschanzten, mehrere Geiseln nahmen und u.a. eine Pizza einforderten. Christin scheiterte recht unspektakulär bei dem Versuch, sich durch ein Fenster in die Kirche zu schwingen, während Mirkos Held auf die grandiose Idee kam, die gewünschte Pizza beim Eiscafe "Bella Italia" zu organisieren ("Papperlapapp! Das is’n Italiener und da gibt es auch Pizza!") und Olli in der Apotheke einbrach und Schlaftabletten nebst etwas Brausepulver stibitzte. Natürlich kam es so, wie es kommen musste, es gab ein großes Chaos und einen grandiosen Kampf, bei dem jedes noch so abgedroschene Klischee voll ausgereizt wurde - inklusive dem Franzosen, der seinen Gegner mit den Worten "Oh! Voulez-vous une baguette?" mit einer Stange Weißbrot niederknüppelt.

Der letzte noch ansprechbare arabische Terrorist verriet uns dann auf nettes Zureden hin, dass sie im Kühlraum von Aldi eine Atombombe deponiert hatten, um Tornesch in die Luft zu sprengen. Wir rasten also dort hin... und standen vor den typischen drei Drähten, von denen einer gekappt werden musste, die anderen aber die Bombe sofort zur Explosion bringen würden. Tja, aber wie sollte es anders sein: 21 Sekunden vor Ablauf der Zeit rupften wir den richtigen Draht ab und die Welt war gerettet.

Insgesamt gesehen hatten wir mit RISUS etwa 3 Stunden wirklich gute Unterhaltung. Ein System, welches wir bestimmt nicht zum letzten Mal gespielt haben und das sich angenehm von den normalen "Wir sehen alles bierernst"-Würfelorgien anderer Systeme abhebt.

Sven


2. August 2003

Schießeisen und tauchende Untertassen


Nicht immer, aber wenigstens oft genug ist es so, dass begonnene Rollenspielrunden nach einigen Spielsitzungen das Ende der Geschichte erreichen. So auch diesmal, als sich die genaue Besetzung von Daniels D&D-Abenteuer um 14 Uhr im Bonhoefferhaus einfand, um es zu beenden. Die Charaktere waren durch eine verzauberte Tür zum Zimmer einer Herberge in eine Parallelwelt befördert worden, die den Druiden, und Mönchen (Elfen, Gnome immerhin ein Mensch und ein Dunkelelf) sehr eigenartig, den Spielern aber nicht unbekannt vorkam. Sie fanden sich im Zimmer einer Herberge innerhalb einer Stadt mit staubigen Straßen wieder. Die Charaktere fanden heraus, dass in dieser Welt eine unbekannte Zählung der Jahre vorgenommen wird, nämlich mit so-und-so nach Christi Geburt. Manche Gäste fühlten sich dadurch gestört, dass Leute mit komischen Ohren mitten in der Nacht an ihr Zimmer klopften und brachten mit vorgehaltenem Eisenrohr die hm... ungewöhnliche Drohung hervor, sie würden einem den Hintern voll Getreide pumpen (Schrot, um genau zu sein). Auf der Straße wurde dann noch der Dunkelelf von einem Betrunkenen als 'elendiger Nigger' bezeichnet, wobei die Bedeutung dieses Namens auch keinem der Charaktere geläufig war. Soviel zu dem, was vorher geschehen war, inzwischen hatte sich die Gruppe mit dem Liliputaner (Gnom) und dem Nigger an die Verfolgung der Person gemacht, die sie unfreiwillig in dieses Land gebracht hatte: der Kopfgeldjäger Doc Holiday. Nach umständlichen Verhandlungen mit den Ureingeborenen dieses Landstriches, uns am Leben zu lassen, glaubten sie uns auch irgendwann, dass Doc Holiday auf dem Weg zum Chayenne Mountain ist, ein den Eingeborenen heiliger Ort. Wir versprachen, mit unseren "Bleispritzen" ein Sieb aus ihm zu machen. So geschah es auch schließlich, so konnten wir schließlich auch das magische Pulver, mit dem man Durchgänge zum Portal verzaubern konnte, sowie recht stattliche Beute an uns bringen und nach Hause zurückkehren. Irgendwie hat das mit dem Aufteilen der Beute (Edelsteine und ein magisches Schwert) nicht so richtig geklappt... ich wurde nicht mehr darauf angesprochen und habe den Kram immer noch. soll mir recht sein.

Die zweite Runde des Tages war Trinity. Nachdem wir letztes Mal versucht hatten, ein U-Boot der Konkurrenz zu sprengen, wollten wir mal wieder unerlaubt in das heilige Riff der Ahnen hinabtauchen, um das Biotech-Raumschiff, dass dort im Kalk steckt, erneut zu untersuchen. Dieses Mal waren wir jedoch überraschenderweise nicht die einzigen dort - ACC, der Konkurrenzkonzern von Orgotek, hatte ebenfalls eine Gesandtschaft zum Riff geschickt, um das Raumschiff zu untersuchen. Wir haben alle überwältigt, schnell genug, um noch vor der örtlichen Polizei fliehen zu können, die etwas vom Tumult auf dem Wasser mitbekommen hat und ihr Boot bereit gemacht hatte. Am nà 4chsten Morgen besuchte uns der Bürgermeister des Ortes, um eine sehr, à 4h, positive Botschaft zu überbringen: Unser Haus am Meer sollte zwangsgepfändet werden, damit ein neuer Yachthafen entstehen kann. Was soll ein Ort, in dem tausende Personen (der größte Teil) in Slums leben, mit einem Yachthafen? Jedenfalls bedeutete das, dass wir in einer Woche die Villa geräumt haben müssen, damit sie abgerissen werden kann. Ziemlich komische Art, jemand zu sagen, dass man nicht erwünscht ist... Wir ließen uns indes davon nicht beunruhigen, sondern brachen in der folgenden Nacht erneut zum Raumschiff auf, denn unser neuer Orgotek-Mitarbeiter (Stephan) sollte es auch mit untersuchen, weil wir hofften, dass er mit seinen Psikräften möglicherweise die Luke öffnen könnte. Tatsächlich konnten wir das Objekt schon bald betreten, denn aufgrund der Lage konnte der größte Teil der Luft nicht entweichen. Leider war die vorhandene Luft nicht sehr sauerstoffreich, weshalb wir in überfluteten Teil des Schiffes bleiben mussten, vom Biokineten (Sven) mal abgesehen, der sich auch woanders ein wenig umschauen durfte. Wir fanden eine Menge seltsame Symbole oder Schriftzeichen, mit denen irgendwelche Bedienelemente an Türen beschriftet waren, sowie ein Artefakt. Zurück im Haus stellten wir fest, dass es sich dabei um eine kleine Schwebende Plattform handelte, auf der man Dinge abstellen konnte. Leider konnte man das Triebwerk auch während des Schwebens auf Knopfdruck mit einer Klappe verschließen, so dass sich das Gerät überhitzt hat und explodiert ist. Aber für nächstes Mal wissen wir, dass man die Geräte dieser unbekannten Kultur intelligent einsetzen muss... Für die nächste Runde Trinity ist die Erkundung des gesamten Raumschiffes angesetzt - mit Sauerstoffgeräten.

Mirco


9. August 2003

Rundreise: Uetersen - Tornesch - Uetersen

Nachdem Carsten mich gefragt hatte, ob ich nicht bei seiner Rollenspielrunde, die er für ein Ferienprogramm in Uetersen angeboten hatte, teilnehmen wolle, weil es sonst möglicherweise aus Mangel an Teilnehmern (nur einer hatte sich angemeldet) ausfiele, entschied ich mich dafür und kehrte dem Rollenspielverein, somit für diesen Nachmittag den Rücken zu. Ich holte Carsten also um viertel vor zwei zu Hause hab und fuhr mit ihm nach Uetersen zum Stadtwerkehaus, wo uns ganze zwei Mitspieler erwarteten. Der Junge, der sich angemeldet hatte, brachte spontan noch einen Kumpel mit (gute Idee!). Somit waren wir drei Spieler, also eine akzeptable Gruppe für das DSA-Spielstein-Abenteuer "der Alchimist". Eine kurze Zusammenfassung: Die Helden sind mit einem Kahn auf dem Großen Fluss unterwegs, als ihnen ein Mädchen entgegentreibt, dass sich an einem großen Ast festklammert. Von ihr erfahren sie, dass ein böser Mensch in einer Burg Versuche an kleinen Kindern anstellt. Die Helden machen sich also auf den Weg, befreien die restlichen Kinder, erfahren, dass der Alchimist gezwungen wurde, eine lebensverlängernde Arznei für einen skrupellosen Ritter zu erfinden, der auch nicht davor zurückschreckt, die Gebräue an Kindern testen zu lassen. Das Abenteuer war eine nette Sache für zwischendurch und hat sehr viel Spaß gemacht, die beiden jungen Mitspieler (13 und 14 Jahre, den Namen des jüngeren habe ich schon wieder vergessen, deswegen schreibe ich den anderen auch nicht) waren größtenteils bei der Sache und hatten wohl ihren Spaß. Ihre Äußerungen veranlassen mich allerdings zu der Schlussfolgerung, dass sie möglicherweise bereits durch Computerrollenspiele wie Diablo 2 vorgeschädigt sind... das sind sehr kampflastige Spiele und einfach eine ganze Ecke anders als Rollenspiel am Tisch.

Nach der Runde kehrten wir noch für eine Weile ins Bonhoefferhaus ein, wo eine Gruppe bestehend aus Nicolas, Daniel, Christin, Stephan und natürlich Mirko als Meister mal wieder mit dem Temple of Elemental Evil beschäftigt waren. Ich machte mich bald auf den Weg zu Nils, der an diesem Abend seinen Geburtstag ein wenig feiern wollte. Die Tempel-Runde sollte wohl noch eine Stunde weiter gehen, was danach passieren sollte, würden die verbleibenden danach entscheiden.

Nachdem ich bei Nils eingetroffen war, wo sich bereits auch Daniel, Markus und Simon aufhielten, meine bestellte Pizza verdrückt hatte und Nils begonnen hatte, spontan sein Shadowrun-Abenteuer fortzusetzen, rief plötzlich Stephan aus dem Bonhoefferhaus an und berichtete, dass die Tempel-Runde nun beendet sei und fragte, ob er nicht noch mit einsteigen könne. Er hat es wohl letztendlich doch gelassen, weil der Weg nach Uetersen ziemlich weit ist und hat ein Blaue Mappe Abenteuer von Carsten mitgespielt, das wohl das Land Lamodan in die Blaue Mappe Welt einführen sollte. Aber er konnte uns dann noch berichten, dass der erfahrenste Charakter der Tempel-Gruppe, Nicolas’ Paladin (Stufe 12) das zeitliche gesegnet hatte. Der Zähigkeitswurf gegen eine Falle mit dem Zauber ‚Schneller Tod’ ging leider daneben... Wir anderen ließen den Abend mit der Runde Shadowrun ausklingen (es handelt sich um eine Episode der Harlekin-Kampagne), die noch ihrer Fortsetzung harrt.

Mirco


16. und 17. August 2003

Odyssee 2003


An diesem Wochenende fand die Odyssee Convention statt. Einige Berichte dazu findest du in unserem Con-Bereich.


23. August 2003

Luxushotels & Spionage


Um 14 Uhr erreichte ich mit dem 13:35 Uhr Durchgänger den Bahnhof Tornesch und schließlich nach einem kurzen Fußmarsch, auf dem ich beinahe von einem in atemberaubenden Tempo, schlangenlinien fahrenden D. Sommer überrollt worden, das Bonni. Im Keller wurden wir dann von der bereits dort versammelten Meute überrascht. Fünf mir unbekannte Gesichter lümmelten sich auf den Sofas dazwischen Stephan. Zwei der fünf waren mir dann doch nicht unbekannt, handelte es sich dabei doch um Hendrik und Tobi, welche zwei Wochen zuvor bei unserer Sommerferienaktion teilgenommen hatten. Auf der Bildfläche erschienen weiterhin Mirco und Julia, Chrissi und Nils, Oli und Nici. Nici hatte bereits angekündigt einen Run zu leiten, so vertrieben wir (Nici, Oli, Daniel, Nils und ich) die anderen aus dem Raum, da wir sogleich starten wollten. Die Vertriebenen teilten sich dann in zwei Runden; eine von Chrissi, die andere von Mirco geleitet; was diese Heldenscharen im D&D-System erlebten entzieht sich meiner Kenntnis. Zu unserem Run kann ich jedoch ein wenig schreiben: Ich übernahm die Rolle des Zwergen Frank Hertz, welcher durch einige intrigenreiche Begegnungen mit diversen Geheimdiensten, Langstreckenraketen und Giftgas-Raketen-Köpfen geprägt wurde. Nun also die Geschehnisse im August des Jahres 2056:

"Nach langer Zeit hatte es mich mal wieder in meine alte Heimat Seattle verschlagen. Ich fuhr gar nicht erst, zu meiner alten Werkstatt, denn ich wusste, dass sie in Schutt und Asche gelegt worden war nach meiner Abreise vor einigen Jahren; aber das ist eine andere Geschichte, die nichts mit den heutigen Ereignis zu tun hatte. Ich hatte mich also in einem billigen Hotel einquartiert und war zur Uni-Bibliothek gefahren. Dort saß ich im Lesesaal und studierte Berichte, Konstruktionszeichnungen, Gleichungen und Tabellen zum Raketenbau; einer meiner Leidenschaften seit den Ereignissen in Europa und Afrika. Plötzlich erschien auf dem Monitor ein Text, der nichts mit den Texten zu tun hatte, die ich gerade las: "Komme heute Abend pünktlich um 20 Uhr ins Restaurant Summerhill.". Ich sah mich um, aus meinem Blickfeld entschwand gerade noch die Person, welche für die Nachricht verantwortlich war. Das Summerhill war eine gute Adresse in Seattle, das fand ich schnell heraus. Ich machte mich sogleich auf den Weg, da ich nur noch zwei Stunden hatte und der Verkehr immer dicht war. Zwanzig Minuten später stand ich in dem Fahrstuhl der mich auf die 69 Etage des Hochhauses brachte. Dort gab es ein edles, sehr teueres Einkaufszentrum und das Summerhill. In meiner einfachen Kleidung (Jeans, T-Shirt, Pullover) würde ich niemals in da Restaurant eingelassen werden, also besuchte ich noch einen Herrenausstatter, wo ich einen sehr schönen Anzug samt Krawatte erwarb. So geschmückt konnte ich das Summerhill betreten. Dort wurde ich zu einem Tisch geführt, wo ich bereits von fünf Personen erwartet wurde. Links von mir saß Spence Prescott ein Mensch, der -wie ich später herausfand- alles bis ins letzte Detail plant und ein wenig anstrengend ist. Mit gegenüber hatte ein Zwerg mit Namen Fraggle platz genommen, welcher eine wirre, rasterlocken Frisur hatte und unkonventionellen Methoden gegenüber sehr aufgeschlossen ist. Ich verstand mich auf Anhieb gut mit ihm. Rechts von ihm saß Talon, welcher ebenso wie Spencer Prescott ein erfahrener Runner war -nach eigener Aussage zumindest. Rechts am Ende der Tafel hatten Mr. Und Mrs Johnson platz genommen. Wir sollten, so erfuhren wir nun, eine Delegation des Konzern ESP auf einer Konferenz beschützen, dafür wurden uns 5.000 Nuyen je Tag geboten. Extra Aufträge sollten auch extra entlohnt werden. Ich überlegte nicht lange und nahm an. Die beiden Auftraggeber stellten sich nun als Martin Geißler und Alexandra Kasakow vor. Sie arbeiteten für den Konzern ESP in Pommoria und gehörten zu der Delegation. Alexandra Kasakow verabschiedete sich sodann. Herr Geißler weihte uns dann weiter ein: ESP und AGC konkurrierten beide um Aufträge des Hauese Rianka, welches eines der wichtigen Häuser im Herzogtum Pommoria war. Auf einer Konferenz sollten diese Probleme nun geklärt werden. Wir sollten dafür sorgen, dass AGC den Auftrag auf jeden Fall nicht bekommt, damit ESP zum Zuge kommt. Die Konferenz würde im Hotel Maritim in Pommoria stattfinden, welche eine gut gesicherte, neutrale Anlage für Staatsbesuche in Pommoria ist. Wir würden dorthin nur Ausrüstung mitnehmen können, welche von ESP zur Verfügung gestellt würde. So fertigten wir eine lange Liste mit Ausrüstung an, welche wir gut gebrauchen könnten. Am nächsten Tag wurden wir noch in die Etikette solcher Konferenzen eingewiesen, dann ging es auch gleich nach Europa. Über Berlin kamen wir am kurz vor Mittag auf Rügen an. Unterwegs fanden wir noch heraus, dass auf einem angeschlossen Kongresszentrum eine Mysteria-Messe stattfinden sollte. Die Anlage des Maritim erwies sich als außerordentlich luxuriös: so gab es einen Golfplatz, Yachthafen, Schwimmhalle, diverse Restaurants und Bars. Unserer Delegation wurden ebenso wie den Leuten AGC drei Suiten im sechsten Obergeschoss zugewiesen. Nachdem wir die Suiten bezogen haben, scannte Talan sie erst einmal nach Überwachungsgeräten ab und wurde auch prompt fündig. Zahlreiche Wanzen und Kameras häuften sich auf dem Tisch. Einige landeten unter meinem Werkzeug, aber sie waren zu gut verarbeitet, sodass ich ihre Sendefrequenzen nicht in Erfahrung bringen konnte. Die anderen landeten in einem Wasserglas. Eine Kamera bietet den AGC Leuten, von denen sie sicherlich stammten, nun einen guten Meerblick von unserem Balkon aus. Gegen Mittag sollte es ein Begrüßungsempfang durch den Anführer des Hauses Rianka geben. Talan und ich blieben zurück um einige Wanzen im den AGC-Suiten zu positionieren. Diese Mission ging aber fehl, da die Schlösser nicht zu knacken waren und ein Wachmann im Flur postiert war. Der Wachmann lehnte all unsere Angebote mit ihm Skat, Schach oder was auch immer zu spielen ab. So mussten wir abwarten bis der Empfang endete."

An dieser Stelle des Abenteuers machten wir einen Break, damit wir zu diversen Partys gehen konnten. Aber das Abenteuer wird mit dem Kauf eines fernlenkbaren Spielzeug Hubschrauber -ein Vorschlag von Fraggle- fortgesetzt. Wer, welchen Helden spielt wird, noch nicht verraten, aber ihr könnt es euch sowieso denken.

Carsten


30. August 2003

Invasion of the Teenage Mutant Roleplay Kiddies


Es gibt ja so Tage, an denen fühlen sich Leute wie ich so richtig alt. Ja, wirklich. So manch einer mag sich dabei vielleicht denken: Hey, was will dieser 26 Jahre alte Jungspund eigentlich? Der ist doch noch ein Küken im Vergleich zu den Horden in Ehrfurcht ergrauter Pensionäre, die allmorgendlich zur stressigsten Zeit unsere Supermärkte blockieren oder die Enten im Park solange füttern, bis diese platzen und altes Brot aus ihren aufgerissenen Mägen quillt. Ich möchte mich über diese Leute nicht lustig machen, aber auf mich wirken diese alten Menschen manchmal ebenso fremd, wie Leute, die, sagen wir einmal, 10 bis 12 Jahre jünger sind als ich. Klein. Stressig. Irgendwie... anders.

Und ich weiß genau: Ich bin nicht allein. Nicht wahr?

Was genau war geschehen? Nun, der aufmerksame Leser unserer wöchentlichen Samstags-Berichte mag vielleicht festgestellt haben, dass ich eine ganze Weil nicht im Bonhoefferhaus gewesen bin. Allerdings hatte man mich schon gewarnt: Carstens Rollenspielrunde im Stadtwerkehaus in Uetersen hatte offenbar ganz gut eingeschlagen. Folge: Aus zwei neuen Mitspielern wurde nunmehr eine ganze Meute. Mundpropaganda ist eben doch die beste Form der Werbung. So kam es also, dass das Bonhoefferhaus an diesem Samstag fast aus allen Nähten platzte: Neben Carsten, Mirco, Daniel, Mona, Markus, Stephan, Stefan Quast, dessen Freundin, Olaf und meiner Wenigkeit waren vier 13-14jährige Spieler aus der Kategorie "Klein und kompakt" erschienen, dazu hatte Mona einen 17jährigen Klassenkameraden mitgebracht.

So viele Spieler wollen natürlich rollenspielerisch versorgt sein. Ich selbst bot an, den guten alten DSA-Klassiker "Unter dem Nordlicht" zu meistern. Zuvor setzte sich ein Teil von uns noch einmal ab, da wir im Nebenraum und später bei Walter auf der Terrasse eine Vorstandssitzung abhalten wollten, um die Planungen für das nächste Jahr kurz durchzusprechen. Währenddessen erstellte Mirco - später unterstützt von Carsten und Markus - mit einigen Spielern DSA4-Helden. Wer die Heldenerschaffung von DSA4 kennt, der weiß, dass dazu eine Menge Geduld gehört - dafür gibt’s aber auch ein ganz großes Lob an die drei. Nice work. Gegen 17.00 konnte es dann aber endlich losgehen - und dank des sinnigerweise erstellten Sitzplanes kann ich auch im Nachhinein noch nachvollziehen, wer in meiner Runde dabei war: Kai, der 17jährige Klassenkamerad von Mona, der den Schelm Firin spielte; Mona selbst in der Rolle der Jägerin Marlen, Hendrik als Ingram, der Krieger; Sven (cooler Name übrigens) mit seinem Fähnrich Palnik sowie Tobias, der den Zwergen Gimlig (Äh... ja.) darstellte.

Zum Abenteuer an sich möchte ich eigentlich nicht zu viele Worte verlieren, da es wohl den meisten von uns bekannt ist oder andere es eventuell noch einmal spielen möchten. Nur soviel: Die Helden werden vom Alchimisten Tyros Prahe angeheuert, für ihn den Agam Bragab, einen riesigen Edelstein, aus einem Versteck in den Nebelzinnen zu holen. Dazu reisen sie an den Blauen See, wo sie durch eine... hmmm... Verkettung unglücklicher Umstände ihre Seelen an den Magier Zurbaran verpfänden. Dieser zwingt sie, in den Eispalast der Schneekönigin Lysira einzudringen und dort einen bestimmten Gegenstand zu suchen.

Wer schon einmal mit etlichen Neulingen ein Abenteuer gemeistert hat, der weiß, dass dieses manchmal kein so leichtes Unterfangen ist. Oftmals entwickeln da einige Helden ein etwas nerviges Eigenleben ("Ich will aber eine große Zweihandstreitaxt? Warum soll es die in diesem 20-Seelen-Nest irgendwie in der Einöde nicht geben?") oder neigen zu leicht unüberlegtem Verhalten ("Wie? Unser Zugtier bricht erschöpft zusammen und will sich ausruhen? Ich nehme mal mein Schwert und..."). In Momenten wie diesen heißt es dann oftmals: Augen zu und durch. Insgesamt haben die Neulinge sich aber recht wacker geschlagen, wobei sicherlich auch Carstens Mahnung "Denkt daran: Der Meister ist euer Freund" geholfen hat.

Warum Mona bei dieser Aussage so komisch gekichert hat, habe ich bis heute nicht verstanden. Ich glaube, ich nehme mal mein Schwert und...

Aber lassen wir das.

Gegen 22.00 mussten wir die Runde leider abbrechen, da unsere jüngeren Mitspieler nach Hause mussten. Einige Helden waren gerade - durch freundliches Dazutun eines NSC - aus einer Fallgrube befreit worden und nun saß die Gruppe allesamt um ein Rätsel mit seltsamen Runen herum, auf dessen Lösung sie einfach nicht kommen wollte. Naja, da wir das Abenteuer am nächsten Samstag weiterspielen wollen, haben sie immerhin eine Woche Bedenkzeit.

Der Rest hatte derweil eine D&D-Runde gespielt, die ebenfalls gerade beendet war. Da Olaf, der zwischenzeitlich nach Hause gefahren war, und Christian im Bonhoefferhaus auftauchten, konnten wir die anwesenden Leute fröhlich neu mischen. Christian leitete eine kleine D&D-Runde mit Mona, Stephan und Kai und der Rest - mich eingeschlossen - spielte unter Mircos Leitung eine kleine Session "InSpectres".

Auch hier der Plot nur kurz zusammengefasst: Lucky’s Pizzaservice heuerte unsere Geisterjäger an, um einem seltsamen Phänomen auf die Spur zu kommen. Immer wieder verschwanden einige Pizzalieferungen und die Fahrer erlitten einen 7minütigen totalen Blackout. Nach ein wenig sorgfältiger Recherche und einer turbulenten Verfolgungsjagd - inkl. einem Liverollenspielsegment - fanden wir schließlich heraus, dass eine Bande von Geistern hinter der Angelegenheit steckte. Walters Schwester wurde schließlich als tentakelbewehrtes Ungetüm und der Hund der Familie Unger als zähnefletschendes Monstrum enttarnt...

Frag nicht, Walter. Frag einfach nicht.

Wie auch immer: gegen 02:00 Uhr endete unsere Runde und damit auch der heutige Tag im Bonhoefferhaus. Ich vermute mal, es wird nicht der letzte gewesen sein.

Sven


3. September 2003

Tarnanzüge, Verabredungen und Räucherstäbchen


An diesem Mittwoch trafen wir uns bei Nici um den Run vom 23.August fortzusetzen und da ich begonnen hatte einen ausführlich Bericht der Ereignisse im Maritim-Hotel auf Rügen zu liefern, werde ich ihn nun fortsetzen.

"Das Ende des Empfanges erwies sich als Glückfall für uns, da die Gesandtschaften eine Rundfahrt über die Insel Rügen unternehmen wollten, sodass wir freie Bahn hatten. Auch der Wachmann welcher vor dem Zimmer saß, verließ seinen Posten um mitzufahren. Spencer Prescott fuhr auch mit, um Alexandra Kasakow, Dr. Viktor Roschenkow und Martin Geißner zu schützen. Davon soll jedoch später berichtet werden. Talan und ich schmissen uns in unsere Tarnanzüge und versuchten und an den Türen der AGC-Suiten. Die Magschlösser erwiesen sich jedoch als zu gut geschützt, sodass wir diese Aktion leider abbrechen mussten. Eine Kamera, welche ich in einer Pflanze auf dem Flur platzierte, gab uns einen Überblick über das Kommen und Gehen der AGC-Leute. Der Empfang war allerdings eher schlecht als recht, sollte jedoch ausreichen, wichtige Dinge zu beobachten. Da wir unbedingt Wanzen in den Zimmern der anderen Gruppe anbringen wollten, ersannen wir mehrere Pläne: Talan beauftragte unseren Decke Ice, Informationen über die Magschlösser zu sammeln, damit wir unseren Magschloss-Knacker auf einen besseren Stand umbauen konnten. Die gelang ohne größere Probleme. Ich fuhr unterdessen mit dem Fahrstuhl nach unten und stattete dem Blumenladen einen Besuch ab. Ich kaufte zwei Blumensträuße und brachte in einem eine Wanze an und ließ diesen Strauß zu den AGC Leuten schicken, den anderen schickte als Tarnung ich zu uns. Dann wollten wir essen gehen zumindest Talan und ich. Fraggle wollte zurückbleiben und auf unsere Suiten aufpassen. Als wir den Flur betraten sah ich, dass der Zimmerservice im mittleren AGC-Zimmer war. Ich sagte Talan, dass ich noch was erledigen musste und er schon vorgehen sollte. Das tat er auch. Ich ging zielstrebig rüber zur offenstehenden Tür und fragt, ob jemand da sei. Ich hörte: "Ja". Das fasste ich als Einladung auf und betrat das Zimmer, ich hatte mir zuvor noch ein paar Wanzen eingesteckt und konnte auch gleich eine davon in einem Blumentopf unterbringen. Dann kam auch schon die Zimmerdame und fragte, was ich wolle. Ich bräuche frische Handtücher, sagte ich. Die bekam ich dann auch und entschwand in unser Zimmer. Dann fuhr ich ins Restaurant zum Essen, wo ich Talan wieder traf. Dort waren auch zwei Personen der AGC-Delegation: ein Sicherheitsmann und die Sekretärin von Dr.Voigt. Sie war eine sehr attraktive aber etwas schüchterne Menschenfrau. Nach eine Weile sollte der Sicherheitsmann etwas für die attraktive Frau holen, das konnte Talan mit seinen Cyberohren hören. Nach dem sehr leckeren Essen mit echtem Fleisch, mehreren Gängen und einem sehr süßen und stopfendem Nachtisch fuhr ich wieder auf unser Zimmer. Talan blieb noch zurück, um mit Svenja, der Sekretärin, anzubandeln. Auf unserer Etage wurde ich Zeuge eines seltsamen Ereignis: Aus dem Treppenhaus kamen vier Sicherheitsleute und zwei Sanitäter, welche in die linke AGC-Suite eindrangen. Dort war etwas geschehen, wie mir die zwei zurückgebliebenden Sicherheitsleute auf meine Frage hin sagten. Sie erzählten, dass es einen Notruf gegeben hat, da anscheinend ein Unfall geschehen war. Nun sah ich auch Fraggle, der sich in einem zerrissenen Tarnanzug hinter den Wachmännern aus der Suite schlich. Ich unterhielt mich noch ein wenig mit den Männern und ging dann in unsere Suite, wohin auch Fraggle entschwunden war. Fraggle machten einen sehr nervösen Eindruck auf mich und hatte leichte Verletzungen an einer Hand. Er berichtete mir, was geschehen war: Er sei, während wir zum Essen gingen, in die linke Suite eingedrungen, da er den verbesserten Magschloss-Knacker ausprobieren wollte. In der Suite brachte er zuerst ein paar Wanzen unter und untersuchte dann das Zimmer genauer. Er entdeckte einen Laptop und einen mit einem Daumenscanner gesicherten Koffer. Den Laptop steckte er unter seinen Anzug, der Koffer war leider zu groß dafür. Dann hörte er ein Geräusch aus einem der Schlafzimmer. Er stellte sich neben die Tür und verhielt sich ruhig, ein kleiner schmächtiger Mensch schaute aus dem Zimmer, konnte Fraggle jedoch aufgrund des Tarnanzuges nicht sehen. Fraggle war erleichtert und wollte das Zimmer nun schnell verlassen. Dabei blieb er mit dem Anzug an einem Tisch hängen und zeriss ihn somit ein wenig. Das hörte der Mann in dem Nachbarzimmer, Fraggle versteckte sich schnell hinter dem Sofa. Der Mann schaute sich genau um und ging durch das Zimmer. Dabei stolperte er über die Beine von Fraggle, stürzte auf den Glastisch, der zerbrach. Fraggle schlug noch mal zu, damit der Mann auch wirklich liegen blieb. Dann verwischte er seine Spuren und ging Richtung Tür, in diesem Moment kam der Sicherheitsmann, den Svenja hoch geschickt hatte. Der Mann rannte zu dem Gestürzten an dem getarnten Fraggle vorbei. Fraggle musste nun warten bis jemand durch die Tür käme, damit er den Wachmann nicht auf sich Aufmerksam machte. Er konnte dann aus dem Zimmer schleichen, als die Sanis kamen. Fraggle ruhte sich ein wenig aus, während ich ein weiteres Zimmer mietete und zwar direkt unter den AGC-Suiten, vielleicht könnten wir über dieses in die Etage darüber eindringen. Als nächstes statteten wir alle den Sicherheitsleuten, welche zum Einsatz kamen, einen Besuch ab, denn sie hatten uns dazu eingeladen. Zuvor hatte Talan noch Magschloss-Karten-Rohlinge organisiert und unserem Decker gegeben. In den Sicherheitsräumem angelangt, erzählten uns die Sicherheitsleute viel über die Sicherheit der Hotelanlage, während wir die eine und andere Partie Skat spielten. Talan klaute inzwischen die General-Schlüssel-Karte und brachte sie unserem Decker, der sie in einem langwierigen Prozess kopierte. Er kehrte zurück und brachte die Karte zurück, damit der Diebstahl nicht auffiel. Wir verabschiedeten uns von den Sicherheitsleuten. Ich ging ins Bett, um mich auszuruhen. Während Talan zu seinem Date an den Strand ging und Fraggle durch die Anlage zog. Irgendwann kehrte Fraggle total bekifft zurück, nachdem er wohl, wie ich seinen lallenden Worten entnehmen konnte, mit einige Besuchern der Mysteria-Convention eine komische Mischung aus Räucherstäbchen, Marihuana und Pilzen geraucht hatte. Er legte sich schlafen und auch Talan kam zurück und legte sich ein wenig hin. Ich war ausgeruht und schaute mal an, was unsere Kamera im Flur aufgenommen hatte. Und ich entdeckte etwas seltsames: Ein Mann in einem dunklen Tarnanzug kam durch das Treppenhaus, welches nur ein Fluchtweg und somit gesichert war und verschwand in einer AGC-Suite. Kurz darauf wurde von der Hotel-Sicherheit unsere Kamera abgebaut, welche ich sogleich abholte und mich für deren Aufbau entschuldigte. Ich setzte mich in meinem Tarnanzug in den Flur. Der Mann tauchte allerdings kein zweites Mal auf, stattdessen betrat der Verhandlungsführer Dr.Voigt zusammen mit einem Sicherheitsmann den Raum, um sich mit dem Mann zu treffen. Ich unterrichtete sofort Fraggle und Talan davon. Spencer schlief noch fest, da er auf der Rundfahrt eine Begegnung mit GreenWars Leute hatte. Wir setzten auch Martin Geißner darüber ins Bild. Er versprach uns 50.000 Nuyen, wenn wir herausfänden, wer der Mann sei."

An dieser Stelle musste wir leider abbrechen. Aber in einem der nächsten Berichte wird die Geschichte sicherlich fortgesetzt.

Carsten


6. September 2003

Bröckchen ist cool.


Der nachfolgende Bericht entstand in Zusammenarbeit zwischen Christin und mir. Der Grund dafür ist einfach: Das Bonhoefferhaus platzte an diesem Nachmittag einmal wieder aus allen Nähten, so dass wir zwei, teilweise sogar drei Gruppen bilden mußten. Das mag uns jedoch nicht daran hindern, einen möglichst vollständigen Wochenbericht abzuliefern. Also lassen wir erst einmal die gute Christin zu Worte kommen, die sich freundlicherweise auch einmal zu einem Wochenbericht hat überreden lassen:

Als ich kurz vor 14.00 Uhr am Bonni ankam, saß an der Treppe bereits eine mir bekannte Person. Adrian! Mirco hatte den Schlüssel und kam dann einige Minuten später. Nachdem das Bonni endlich aufgeschlossen war trudelten ganz schnell die restlichen Leute ein; sprich: Carsten, Olaf, Mona, Sven, Hendrik, Kai, Gianni, Stephan König und ein neues Gesicht namens Christian. Mirko kam zwischendurch auch einmal kurz vorbei, ging allerdings nach einer Stunde wieder. Folge: Keine Tempelrunde! Diesmal entschied sich die Autorin dieses Berichts ausnahmsweise mal zu meistern, da sie ein neues Abenteuer vorbereitet hatte. Sven meisterte sein Abenteuer von letzter Woche weiter und ich verzog mich mit dem kläglichen Rest von vier Personen ins Nebenzimmer. Meine Gruppe bestand aus Adrian, der seinen gnomischen Schurken spielte, Christian, einem Halbork-Mönch, Gianni mit seinem inzwischen bestimmt bekannten elfischen Waldläufer Arvin von Dunkelwald und Stephan, der eine elfische Paladinin spielte. Natürlich habe ich mein Lieblingssystem D&D gemeistert.

Die Story beginnt im Lande Märchenmond, genauer gesagt in der Stadt Gorywynn (Märchenmond: ein wirklich tolles Buch von Wolfgang Hohlbein). Plötzlich tauchte in der friedlichen Stadt ein verletzter Mann auf, der Themestokeles sucht, den mächtigsten Zauberer in Märchenmond. Er wollte ihm eine wichtige Auskunft über Boraas, den Herrscher des Schattenreiches geben. Dieser hatte nämlich eine Armee aus 2 Millionen Mann aufgestellt, um sich Märchenmond zu unterjochen. Von Themestokeles erfuhr die Gruppe, dass sie die vier Auserwählten seien, um das Land zu retten. In dem Thronsaal, in den sie Themestokeles führte, fanden sie einen "Thron" (es sah eigentlich eher aus wie ein Granit-Block mit Lehne), auf den sich Adrians Schurke prompt drauf setzte. Baal vernahm daraufhin die Stimme des Orakels und erfuhr, wie man sich Boraas‘ Armee erwehren konnte. (Rangarig, ein Goldener Drache, der durch das Fenster gelinst hatte, hatte die kleinen Helden erst einmal beäugt und in Rätseln einige versteckte Andeutungen gemacht, wie sie zu dem Orakel sprechen konnten.)

Ihre Aufgabe besteht darin, zum Regenbogenkönig zu gehen und ihn um Hilfe zu bitten. Dummerweise wußte aber niemand genau, wo dieser Regenbogenkönig wohnt. Die Legenden besagten, dass man zu Burg Weltende (Der Name verrät wo sich diese Burg befindet...) reisen muss um zu ihm zu gelangen. Unsere Helden haben einfach mal an diese Legende geglaubt und sich auf den Weg zu Burg Weltende gemacht. Nach 3 Tagen gelangten sie an den Unendlichen Fluss. Dieser Fluss fließt ungeheuer schnell und es ist fast unmöglich ihn zu überqueren. Wie gesagt... FAST! Der Gruppe war aufgefallen, dass der Himmel in dieser Gegend grün ist und dass man die Sonne nicht mehr wirklich sieht. Ein riesiger (... und mit riesig meine ich... GIGANTISCH!) "brauner Fels" von dem sich dieser grüne Himmel auszubreiten schien, stellte sich als ein riesiger Baum heraus!

Als sie die Stufen, die in den Baum gefräst waren, emporstiegen, trafen sie auf einen der seltsamen Baumbewohner: Tarrn sah zwar von der Körperform aus wie ein normaler Mensch, war jedoch am ganzen Körper mit Rinde bedeckt. Anstatt Haare hatte er grüne Blätter auf dem Kopf. Tarrn brachte unsere Helden bis in den Gipfel des Baumes (dafür brauchten sie ja auch nur einen Tag...). Sie rasteten dort und bekamen vom Baum selbst ein Boot gestellt um über den Fluss zu gelangen. Jedoch bekam unsere Gruppe (wie die Überschrift verrät) noch etwas anderes mit: Tarrn gab ihnen einen Sack, in dem etwas zappelte und wüste Beschimpfungen ausstieß. Als sie an den Wurzeln des Baumes dieses "Ding" aus dem Sack ließen, fing erst mal der eine oder andere in der Gruppe an zu kotz... äh... sich zu übergeben. Dieses kleine etwas war wohl das hässlichste Wesen, das auf Märchenmordsboden wandelt - ein Werwesen, welches liebevoll Bröckchen (Spitzname von Kotzbrocken) genannt wurde. Es ähnelte einer Mischung aus einer Schildkröte und einem Ochsenfrosch. (Nebenbei: sein Charakter ist genauso hässlich wie sein Äußeres!) Wie sich nach einiger Zeit auch noch herausstellen sollte, hatte dieses Vieh einen Magen wie ein Elefant. Als es nämlich aus dem Sack gelassen wurde war seine erste Reaktion, sich mit größtem Appetit auf den Gnom der Gruppe zu stürzen, um ihn - zumindest partiell - zu verspeisen. Der Gnom hatte jedoch Glück, dass Bröckchen seinen Geschmack verschmähte, denn alle Versuche der Gruppe dieses Biest von ihm zu lösen, scheiterten kläglich. Eine wirklich gute Basis für eine lang anhaltende Freundschaft also.

Aus welchen Gründen auch immer nahm sich die Gruppe jedoch Bröckchen an und reiste über den Fluss. Dort stellten sie noch etwas über Bröckchen fest: Das Werwesen war nur am Tage "häßlich wie die Nacht." In der Nacht wurde es "schön wie der Tag". Dann glich es nämlich einer wunderschönen Katze mit einem rot-gelben Gefieder und einem langen Schweif. (was nicht heißt, dass es dann netter ist...)

Nachdem die Gruppe den Fluss erfolgreich überquert hatte (und Bröckchen die halben Vorräte verputzt hatte), gelangte sie schließlich zu einem Bauernhaus, wo sie sich mit neuen Vorräten eindeckten. In einem naheliegenden Wald trafen sie auf die Tak-Familie; eine Horde von Dachsen, die sie zur Schlucht der Seelen bringt, die den einzigen Weg zur Eisigen Einöde darstellt. Hier sollte die Burg Weltende liegen. Die Gruppe ging heldenhaft in die Schlucht, wo der Tatzelwurm (ein schwarzer Drache!) bereits auf sie wartete. Als sie in seiner Höhle ankamen, fuhr er aus dem Wasser und machte sich zum Angriff bereit. Da eine Gruppe mit der Durchschnittsstufe von 3 keine Chance gegen diesen Drachen hätte, kam urplötzlich Rangarig durch die Höhle gebraust und griff den Tatzelwurm an. Die Gruppe floh... jedenfalls versuchten sieh es! Der einzige Ausgang neben der Treppe bestand aus einem schmalen Weg am See des Tatzelwurms der ständig durch den Kampf der Giganten unter Wasser gesetzt wurde. Unsere Helden schafften es tatsächlich 4(!) mal ins Wasser zu fallen und mindestens einer war wegen seiner Ausrüstung am ertrinken. Dank Arvins Schwimmring starb jedoch keiner der Spieler diesen unwürdigen Tod.

Nachdem die Helden schließlich aus der Höhle rannten, stürzte diese ein. In der Eisigen Einöde schließlich wurde es richtig hart für die armen Helden. Langsam aber sicher froren ihnen Finger sowie Fußzehen ab. (Hierbei muss ich besonders die kreativen Einfälle von Gianni loben: Er hat seine halbe Ausrüstung zerschnitten, um sich besser vor der Kälte zu wehren...nur leider ist eine 5 bei jeder der sieben Zähigkeitsproben leider wirklich zu niedrig, sorry.) In de Eiswüste lieferte sich die Gruppe einen wirklich harten Kampf mit sage und schreibe 2(!!) Schneehasen (der Leichtigkeit halber erschienen sie nacheinander), welche von der Gruppe souverän gekillt wurden. KRITISCH! An diesem Punkt bitte ich um einen Applaus. Wer schafft es schon ZWEIMAL seinen kritischen Treffer zu bestätigen und diese gefährlichen Gegner zu vernichten? Schließlich gelangte unsere Truppe zu dem Schloss, wo sie wieder zusammengeflickt wurden und schließlich durch das Portal ins Nichts gelangten, wo sie gegen vier Gegner kämpfen mussten die ihnen ebenbürtig waren. Letztendlich besiegten sie jene doch. Wie sich herausstellte kämpften sie gegen ihre Dunkle Seite. An diesem Punkt habe ich dann gecuttet.

Die Gruppe hat einstimmig beschlossen das Bröckchen cool ist. Diese Aussage kann man wahrscheinlich nur verstehen wenn man selber mitgespielt hat befürchte ich. Die andere Gruppe war inzwischen durch mit ihrem Abenteuer und wir rotteten uns zusammen um später, nachdem die Kids uns verlassen hatten, um noch eine runde Siedler zu spielen. An diesem Punkt endet mein Bericht, da ich um 1.00 nach Hause musste...

Christin


Okay. Soweit erst einmal dazu. Um den Rahmen nicht zu sprengen, werde ich mich zu den übrigen Runden in der gebotenen Kürze äußern.

Bei der bereits erwähnten DSA-Runde handelte es sich um die Fortsetzung des Abenteuers "Unter dem Nordlicht". Mona, Kai und Hendrik erforschten den restlichen Eispalast, lösten mit Bravour (Hehe...) das eine oder andere Rätsel und räumten später im geheimen Versteck des Schwarzmagiers Zurbaran so richtig auf. Abschließend gelang es den Helden sogar, ihre Seelen zu retten und als freie Leute wieder nach Riva zurückzukehren. Dieses Abenteuer ging bis etwa 17.00 Uhr. Währenddessen hatten Carsten, Olaf und Mirco eine Partie "Crimson Skies" gespielt, deren Ausgang mir aber nicht bekannt ist. (Anmerkung: Der Webmaster erinnert sich sehr wohl, dass Carsten die Partie souverän für sich entschieden hat und dass das Spiel mal wieder häufiger aus dem Schrank geholt werden muss.)

Voller Motivation stürzten wir uns darauf gleich wieder ins Abenteuer. Carsten improvisierte ein nettes kleines DSA-Abenteuer, welches praktischerweise gleich in Riva begann und somit nahtlos an die vorherige Runde anknüpfen konnte. Die Aufgabe bestand darin, ein geheimnisvolles Päckchen von Riva nach Kvirasim zu transportieren. Dummerweise hatte es scheinbar noch eine andere Partei auf dieses Päckchen abgesehen und so mußten wir uns mit einigen Orks und Räubern herumschlagen, die uns die Reise zur Hölle machen wollten. Glücklicherweise hatten wir das glücklichere Ende für uns und schickten sie allesamt in selbige. Zwischenzeitlich - man höre und staune - verzehrten wir einige Croques, womit unser allwöchentlicher Anruf bei Lucky’s Pizza-Service entfiel.

Nachdem wir dann noch eine Weile einfach so zusammengesessen und uns unterhalten haben, löste sich die Meute langsam auf. Olaf, Stephan, Kai und ich kramten die "Siedler von Catan" aus dem Schrank und wir spielten bis etwa 1.30 Uhr noch eine nette Partie, die Olaf denkbar knapp für sich entscheiden konnte. Das könnten wir in Zukunft übrigens häufiger mal wieder machen...

Sven


13.-14. September 2003

Nightglider und Sportwagen


An diesem Samstag fand unser spontanes, vereinsinterenes Siedler-Turnier statt. Einen Bericht davon findet hier genau hier. Am drauffolgenden Sonntag trafen wir uns um unseren Run im Hotel Maritim fortzusetzen. Statt Oli war diesmal Daniel mit von der Partie.

"Wir weckten dann doch noch Spencer. Er fühlte sich so weit wieder fit, dass er mitkommen konnte. Fraggle wollte die Suiten bewachen. Talan warf sich in seinen Tarnanzug und überwachte den Flur. Er wollte dem Mann folgen, sobald er das Zimmer verließ. Ich fuhr mit dem Fahrstuhl in die Eingangslobby und machte es mir dort gemütlich. Spencer ging zur Bar außerhalb der Hoteltraktes, da dort der Fluchttunnel enden sollte. Dort vermuteten wir, würde der Mann herauskommen, wenn er über die Feuertreppen zu fliehen versuchte. Über unsere Telefone blieben wir in Verbindung miteinander. An der Bar in der Lobby genoss ich eine Spezi nach der anderen. Bis mein Telefon klingelte und ich erfuhr, dass Talan den Mann innerhalb der Feuertreppe verloren hatte und er niemals aus dem Fluchttunnel entkommen sei. Er musste also irgendwo anders hinausgelangt sein. "Vielleicht seilte er sich gerade ab", schos es mir durch den Kopf und ich sprintetet hinaus. Ich suchte in der Dunkelheit die Fassade des Hotels ab, als ich ein surren hörte und ich einen Nigthglider durch die Luft schweben sah. Er war also vom Dach aus gestartet. Schnell die anderen informiert und einen Wagen vom Verleih gemietet, fand ich mich also ziemlich schnell Richtung Eingangstor fahren, wo ich die anderen beiden einsammelte.

So nahmen wir also in diesem roten Sportwagen die Verfolgung auf. Die beiden anderen behielten den Drachenflieger im Auge, während ich der einzigen Straße folgte. Nach einer Weile ging es auf eine Autobahn, wo er landete und schnell in einen anderen Sportwagen flüchtete. Nun begann eine rasante Verfolgungsfahrt quer durch Pommoria Richtung ADL. Gut das ich den Sportwagen und nicht den Geländejeep genommen hatte, da wir ihn bis auf seine Höchstgeschwindigkeit von gut 400 km pro Stunde ausfahren mussten. Dennoch gelang es uns nicht den anderen blauen Sportwagen einzuholen. Nach einer kurzen Zeit warnte uns das Navigationssystem, dass wir uns der Grenze näherten. Nach kurzer Diskussion beschlossen wir dem anderen Wagen über die Grenze zu folgen.

In der ADL ging die Verfolgungsjagd weiter Richtung Hamburg immer noch im rasanten Tempo. Wenn er tatsächlich nach Hamburg fliehen würde, würde er in der Falle sein, da ich dort genügend andere Runner kenne. Aber soweit kam es nicht, denn schon nach kurzer Fahrt, blinkten am Horizont zahllose blaue Lichte: die Polizei hatte die Straße gesperrt. Wir folgten immer noch dem anderen Wagen, aus dem sich dann wenige hundert Meter vor der Sperre ein Schleudersitz löste. So konnten wir ihn nicht mehr bekommen, da mittlerweile Hubschrauber über uns kreisten. Also bremste ich voll ab, zog die Handbremse an und schlug das Lenkrad voll um und der Wagen fuhr einen vollkommen U-Turn. Den Augenblick, in dem wir still standen, nutze Talan um den Wagen zu verlassen und sich ins Gebüsch zu schlagen.

Mit Vollgas fuhren wir zurück Richtung Pommoria und hängten zuerst mit unser hohen Geschwindigkeit den Hubschrauber ab. An der Grenze hatten wir dann noch leichte Probleme, die Spencer jedoch mit seinen Überredungskünsten beseitigen konnte. In einem Taxi, der rote Sportwagen war von den ADL-Grenzposten beschlagnahmt worden, kamen wir früh morgens im Hotel an. Dort fanden wir Fraggle seinen Rausch ausschlafend in seinem Bett. Von wegen Suiten bewachen."

An dieser Stelle cutteten wir den Run. Weitere Erzählungen werden folgen. Anschließend traf sich noch die D&D-Tempel Runde zum heiteren Stufenkloppen. So heiter soll dies jedoch nicht gewesen sein, da Gronf in einem heldenhaften Kampf gegen einen hochstufigen Klerike verstarb, so aber den anderen der Gruppe den Rückzug und das Leben sichern konnte. Mehr ist mir von diesem Tag nicht bekannt.

Carsten


19. bis 21. September 2003

RatCon 2003


An diesem Wochenende fand die RatCon statt. Einige Berichte dazu findest du in unserem Con-Bereich.


27. September 2003

Charaktere gegen die Wand fahren


An diesem ersten Samstag nach der Rat Con platzte das Bonhoefferhaus förmlich aus den Nähten und eine große Meute rollenspielhungriger Spieler drängelte sich auf den Sofas. Ungewohnt schnell konnten auch die ersten Spielrunden zusammengestellt werden: Daniel bot sofort an, seine in der letzten Zeit begonnene Phileasson-Kampagne (Wer kennt diesen Klassiker nicht?) fortzusetzen und somit waren Mirco, Mona, Kai, Stephan König und Stefan Quast bereits spieltechnisch versorgt. Die Gruppe befand sich bereits im hohen Nordland und machte auf Yeti-Land so manche seltsame Begegnung - der Rest ist sicherlich Rollenspiel-Geschichte.

Der Rest - namentlich Nicolas, Sven, Christin, Walter und ein ganzer Haufen unserer jungen Neumitglieder - saß nun also im anderen Raum und überlegte sich, was man machen könne. Da dem Autor dieses Berichtes (C’est moi!) jedoch kein spontanes Abenteuer einfallen wollte, spielten die Kiddies unter sich eine improvisierte Partie D&D. Der Rest überlegte kurz, ein Brettspiel aus dem Schrank herauszukramen, entschied sich aber dagegen. So kam es dann, dass wir uns wenig später in alle Winde zerstreuten. Walter fuhr zu einem Volleyballspiel nach Elmshorn, Christin zu einer Betriebsfeier ("Da soll ich bestimmt abgefüllt werden..."), während Nicolas und meine Wenigkeit uns erst einmal die Live-Schlußkonferenz der Bundesliga zu Gemüte führten und dann gemütlich beim Griechen einen riesigen Haufen Fleisch, Salat und Pommes nebst leckerem Weizenbier vertilgten.

Zurück im Bonhoefferhaus waren inzwischen auch Mirko und Carsten auf der Bildfläche erschienen, ebenso Walter, dessen Spiel beendet war. Also quatschten wir eine Weile über Gott, die Welt und die bevorstehenden Cons im Jahre 2004. Als Carsten dann gegen Abend nach hause musste, einigten wir uns auf eine kurze Runde von Mirkos Piratenkampagne...

... und diese sollte fast in einem totalen Fiasko enden.

Was war geschehen? Nun, in der direkten Fortsetzung unserer letzten Sitzung drangen wir in eine Höhle ein - ihr wisst schon, direkt nach der (für einige beinahe tödlichen) Hängebrücke. Dort entdeckten wir eine Gruppe von etwa 10 Orks, die in einer Höhle Wache schob. Wer das Vorbild dieses Abenteuers, den Film "Der 13. Krieger" kennt, der kann sich diese Höhle sicherlich bildlich vorstellen: Durch einen Wasserfall hindurch wollten wir uns an den Orks vorbei direkt in ihren Rücken schleichen. Aber leider ist dies manchmal nicht so einfach, wie es sich anhört.

Zumindest dann nicht, wenn man einen Zwerg dabei hat.

Beim Abstieg von einem Felsvorsprung verpatzte Nicolas seine Klettern-Probe ganz fürcherlich... und schon stürzte unser Richtschütze mit einem laut gebrüllten "AHHHHHHHHHHHH!" in einen tiefer liegenden See. Damit hatte sich das Thema "Anschleichen" dann auch erledigt.

Nun, der arme Zwerg hatte wohl mehr Glück als Verstand, denn er ertrank trotz seiner schweren Rüstung nicht und rettete sich mit einem Minimum an Lebenspunkten ans rettende Ufer. Wobei "rettend" vielleicht der falsche Ausdruck ist, denn hier warteten ja die bereits erwähnten 10 Orks. Im Gegensatz zu D&D stellten diese sich nicht als williges Schlachtvieh zur Verfügung, sondern knüppelten unsere Gruppe windelweich. Eben dieser Kampf ließ unseren Meister Mirko schon um den weiteren Fortgang seiner Kampagne fürchten: "Ach, herrje, so wie ihr würfelt, sieht es ja aus, als wolltet ihr eure Charaktere alle absichtlich gegen die Wand fahren..."

In memorian Gronf... aber das wollten wir garantiert nicht! Die Rettung kam dann aber doch noch, und zwar aus höheren Sphären. Walters Boroni erflehte himmlischen Beistand und so kam es, dass er heldenhaft mit vier Schlägen vier Orks in insgesamt acht Hälften spaltete. Einen weiteren Ork erledigten der thorwalsche Bootsmann und der Zwerg.

Bei diesem Anblick des komplett in schwarz gekleideten Mannes, der scheinbar aus dem Nichts aufgetaucht war und einen Gegner nach dem anderen zu Gyrosfleisch verarbeitete, entschlossen sich die restlichen fünf Orks, ihr Heil in der Flucht zu suchen. Zum Glück, denn der Boroni verfügte nur noch über 3 Punkte Karma und bei unserer Lebensenergie sah es ähnlich aus. Dem Meister sei gedankt.

Da Mirko noch auf eine Party wollte, beendeten wir unsere Runde - noch mal mit einem blauen Auge davongekommen - gegen 23:00 Uhr. Inwieweit die anderen noch lange weiterspielten, vermag ich nicht zu sagen, aber auf jeden Fall endete der Abend mit einem tiefen Aufatmen.

Sven

Persönliche Werkzeuge