Andere Städte

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Brataya - Andere Städte

Inhaltsverzeichnis

Ontansp

Ontansp ist mit seinen etwa 10.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt des Landes und zudem ein wichtiger Handelsknotenpunkt mit einem bedeutenden Binnenhafen. Die Stadt liegt inmitten einer großen Rodung, die vor einigen Jahrhunderten aufgrund eines Waldbrandes entstand und eine verwüstete Landschaft entstehen ließ. Die Asche bildete guten Dünger für Felder, so dass sich schnell einige Bauern ansiedelten. Leider vergaß man in den Folgejahren die Aufforstung, so dass man heute ein mehrere Quadratmeilen großes Gebiet um die Stadt herum liebevoll im einheimischen Dialekt als "Nspjet" bezeichnet, was so viel bedeutet wie "Schwarze Wüstenlandschaft, in der nichts mehr wächst". Die Bürger von Ontansp leben dennoch recht gut vom Handel mit Dschungelholz, Pelzen und - inoffiziell - Buschräuberei. Berühmtester Sohn der Stadt ist sicherlich Siggi Strotzmann, der berühmteste Dichter des Landes. Er erschuf die allseits beliebte Nationalhymne des Landes, die bei festlichen Anlässen gesungen wird. Oder besser: Er erschafft sie immer noch, denn seit 12 Jahren feilt er täglich an der Verbesserung des Werkes, welches bisher wie folgt lautet:

Der Dschungel so grün,
Der Himmel so blau,
Ontan ist einfach toll.

Da dieses Werk für eine Nationalhymne natürlich noch etwas kurz ist, werden diese Zeilen bei Bedarf bis zu 23mal wiederholt. Um zu vertuschen, dass es sich stets um den selben Text handelt, nuschelt der Ontaner ab der zweiten Wiederholung.

Parrash

Der etwa 8.000 Einwohner zählende Ort liegt sehr zentral - zumindest für Ontaner, denn für Reisende aus anderen Provinzen des Reiches der Tausend Nationen bleibt Parrash natürlich ein Kaff am Rande zum Nirgendwo. Die größte Sehenswürdigkeit ist eine nahe des Ortes gelegene Tempelstadt der Waldmenschen, die jedoch seit Jahrtausenden verlassen scheint und von der fast nur noch Ruinen übrig geblieben sind, da man die alten Gebäude zum Bau neuer Häuser in Parrash verwendet hat. Die dortigen Bewohner haben übrigens den Zusammenhang zwischen ihrem Baumaterial und den immer wieder aufauchenden Spukgestalten noch nicht begriffen.

Jaspre

Es gibt ein altes Sprichwort in Ontan: "Kommst du nach Jaspre, dann willst du am liebsten so schnell wie möglich wieder weg." Nun, ganz so schlimm ist es zwar nicht in der Grenzstadt zu Cantaria, aber viele der rund 7.000 Einwohner gelten tatsächlich als eher grießgrämig. Ob dies mit den nahe gelegenen Schwefelquellen zu tun hat, ist nicht abschließend geklärt. Diese begründen zwar den Reichtum der Stadt, tragen aber im Gegenzug nicht gerade zu einem frischen Lüftchen bei. Besuchen sollte man in Jaspre übrigens das berühmte Nasenklemmen-Museum, in dem einige sehr schöne Exponate aus Teakholz, Draht und Beton ausgestellt sind. Dieses steht direkt am zentralen Platz des Ortes, an dem man auch das Gebäude des Stadtherrn, einige nette Tavernen und den dort seit Menschengedenken gastierenden Wanderzirkus "Don Alfredo" finden kann.

Albingia

Aufgrund einer Fehlplanung eines reichen Mäzens verfügt das etwa 6.000 Einwohner zählende Städtchen über das bei weitem größte Kratztick-Stadion des Landes. Bis zu 18.000 Zuschauer sollen auf den hölzernen Tribünen Platz nehmen können, allerdings wurde diese Auslastung bis jetzt bei weitem noch nie erreicht. Für eine Weile spielten die "Albingia Giftstachel" im cantarischen Ligasystem mit und erreichten dort sogar beachtliche Erfolge. Diese basierten allerdings darauf, dass man seinen Gästen vor der Begegnung Knorrki vorsetzte, einen zähflüssigen Gemüsebrei, der jedoch zu einem zeitweisen Gedächtnisverlust führt. Gegnerische Spieler und Zuschauer erfuhren also erst aus der Zeitung, mit welchen wunderbaren Kombinationen Albingia sie besiegt hatte. Dieses Handeln flog auf, als vor gut einem Jahr ein Ergebnis verbreitet wurde, welches rechnerisch überhaupt nicht möglich ist.

Zsu'can'Ost

Dieses etwa 5.000 Einwohner zählende Städtchen ist der östliche Außenposten Ontans. Der Ort ist in einem kleinen Talkessel im Dschungel errichtet und nur über drei Treppen zu erreichen. Diese sind schwer befestigt, so dass der Ort auch während der Kriege in den letzten Jahren nicht erobert werden konnte. Der größte Trumpf Zsu'can'Osts ist aber die Tatsache, dass gegnerische Truppen den Ort nur schwer entdecken können: Für Notfälle (meist in Form von Steuereintreibern aus Brataya) wurde bereits vor Jahrhunderten ein kompliziertes System entwickelt, mit dem über Flaschenzüge und Zahnräder ein getarntes Netz über den gesamten Talkessel gezogen werden kann. Aus der Luft wird Zsu'can'Ost damit praktisch unsichtbar und wäre nicht die für Ontan typische Geräuschkulisse, so könnte man glauben, es gäbe überhaupt keinen Ort an dieser Stelle.

Althus

Althus liegt am Südrand der Lehmberge und ist eine der wichtigsten Städte für die ontanische Wirtschaft. Die etwa 3.500 Einwohner (davon der Großteil Smills) arbeiten in den ertragreichen Minen der Umgebung und bauen Erze und Edelmetalle ab. Da die Arbeit in den Minen hart ist, werden auch viele Sträflinge aus anderen Teilen des Landes oder sogar aus Cantaria hier zu Strafarbeit gezwungen. Die tüchtigsten von ihnen, die die Arbeit überleben, bleiben oft nach dem Ende ihrer Strafe in der Stadt und verdienen sich als freie Arbeiter ihren Lebensunterhalt. Vielleicht ist ja auch deshalb der Ton in Althus ein wenig rauher als anderswo und man hört viele unterschiedliche Dialekte auf den Straßen. Stadtherr ist seit kurzem ein Argonoide namens Sasarion Tautz, angeblich ein alteingesessener Bürger, der seine Herkunft aus Velinor jedoch nicht verleugnen kann. Er betreibt eine sehr Cantaria-freundliche Politik und strebt eine Eingliederung in die Großmacht im Westen an.

Carrag Nor

Carrag Nor ist ein verwegener Außenposten am Südrand des Lochs. Die Stadt wird von knapp 3.000 Menschen und Smills bevölkert, in der Umgebung aber herrschen eindeutig einige Stämme von Alben, die im restlichen Ontan als verrückt angesehen werden. Mit diesen Nachbarn will der Bewohner von Carrag Nor aber nicht viel zu tun haben und so sucht das ausgefeilte System aus Gräben und Palisadenwällen um die Stadt herum seinesgleichen. Dieses gewaltige Hindernis aber stellt die Stadt manchmal auch vor große Probleme; dann nämlich, wenn die Mechanismen der Zugbrücken einmal wieder eingerostet sind und aufwendig repariert werden müssen. Da dies manchmal einige Wochen in Anspruch nehmen kann, wird Carrag Nor dann mit Katapulten aus dem Umland versorgt - Nahrung gibt es während dieser Tage dann nur in Form von Mus, Brei und Rührei, denn nicht jedes Lebensmittel ist uneingeschränkt flug- und landefähig.

Finnegar

Finnegar ist neben Renshga die nördlichste Stadt Ontans - ein Titel, für den sich die etwa 2.500 Einwohner aber nichts kaufen können. Viel bedeutender ist da schon die Nähe zu den Märchenlanden. Mit den zumeist eigenwilligen Späßen aus dem Nachbarland hat man sich abgefunden und schlägt sogar sein Kapital daraus: Nirgendwo in Ontan blüht die Produktion von Sahnetorten, wasserspritzenden Blumen, zu großen Schuhen und roten Nasen so sehr wie in Finnegar. Vielleicht gelten seine Bewohner ja auch deshalb als die ausgemachten Spaßvögel Ontans. Der Reisende sollte dies jedoch nicht zu wörtlich nehmen, denn tief in seinem Inneren reagiert der Einheimische zuweilen ein weng gereizt auf derartige Späße. Ein Kaufmann namens Nuri Palataki hat dies kürzlich erst schmerzhaft erfahren müssen, als er einem Gastwirt eine Sahnetorte ins Gesicht schleuderte. Seine sterblichen Überreste wurden seiner Familie zwei Wochen später in drei Eimern zugesandt.

Syl'nion

"Aus Syl'non kommen nur Hinterwäldler, Dschungelorks und komische Käuze" - so lautet das allgemeine Vorurteil über den südlichsten Außenposten des Reiches. Der schwer befestigte Ort (2.000 Einwohner) an einem schroffen Hang des Sar Katarns ist aber vielfältiger als man sich vorstellen kann: Stechmücken von erstaunlicher Größe, die giftigsten Pflanzen weit und breit und ständige Regenfälle sind liebenswürdige, aber gewöhnungsbedürftige Attraktionen Syl'nions. Der arglose Reisende sei zudem vor dem Genuß des Trinkwassers gewarnt. Dies ist von einer erstaunlich dunklen Farbe und wird in Klötzen aus den Brunnen gezogen, dann mit Äxten in kleine Splitter zerteilt, die man bequem lutschen kann.

Terra

Ganz im Südosten des Landes liegt Terra mit seinen gut 1.800 Einwohnern. Die Stadt wurde vor einigen Jahrzehnten von einem etwas eigenwilligen Bauherren konzipiert, so dass man heute in Terra viele Bauwerke findet, die eigentlich gar nicht stehen dürften. Damit eben dieses nicht geschieht, sind in den meisten Gebäuden Erzelementare gebunden, die regelmäßig von reisenden Elementaristen davon überzeugt werden müssen, ihren Dienst auch weiterhin treu zu leisten. Ansonsten kann es schon einmal passieren, dass das eigene Wohnhaus seine Lage am Marktplatz auf einmal langweilig findet, aufsteht und in den Dschungel stapft, um sich dort niederzulassen.

Nidiam

Würde sich in Nidiam nicht die befestigte Straße nach Terra und nach Finnegar gabeln, so würde es den etwa 1.000 Seelen zählenden Ort vermutlich überhaupt nicht geben. Die Einwohner sind brave Leute, die sich mit Handel und gelegentlicher Buschräuberei ihren Unterhalt verdienen. Sehr zu empfehlen ist die Taverne 'Zum bunten Käfer', in der exklusiv die siebenbeinigen Knackkäfer serviert werden, deren Chitinpanzer beim Draufbeißen ein lustiges Geräusch macht. Ein Spaß für Groß und Klein, welches nur durch den widerlich-bitteren Geschmack ein wenig getrübt wird.

Weitere Siedlungen

In den Lehmbergen liegen die beiden Städte Renshga und Blu'Gnorra. Diese werden von Smills aus dem Volk der Blu'asghra Geno'rra bewohnt, die hier ihre Minen betreiben. Beide Orte betrachten sich mal mehr, mal weniger mit Ontan verbunden.

Zudem reißen die Gerüchte nicht ab, dass irgendwo südlich von Brataya eine größere Stadt existiert, in der allerlei Banditen aus allen Teilen des Reiches eine Zuflucht gefunden haben. Diese Stadt soll jedem, der bereit ist, kräftig mitanzupacken, als neue Heimat dienen - hier fragt man nicht groß nach der Vergangenheit. Bisher ist es nur wenigen Reisenden gelungen, diese mysteriöse Stadt der Gesetzlosen zu finden und noch weniger kamen wieder zurück, um davon zu berichten.

Fühlen sie sich als Spielleiter zudem frei, nach Belieben und Bedarf neue Städte zu erfinden und in ihre Abenteuer einzubauen. Ontan ist ein unruhiges Pflaster und der dichte Dschungel verhüllt so einiges, was besser nicht entdeckt werden sollte - aber gerade das bildet ja auch den Reiz für abenteuerlustige Männer und Frauen.

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