Die Städte von Arandor
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Einleitung - Geschichte - Das Land Arandor - Die Städte von Arandor - Wichtige Personen Arandors - Szenariovorschläge |
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Stadt Arandor - Khandia - Andere Städte |
Stadt Arandor
Hauptstadt des Reiches und für seine Bewohner das Zentrum der zivilisierten Welt. Die Einwohnerzahl liegt nach jüngsten Schätzungen bei etwa 7000, womit Arandor die bevölkerungsreichste Stadt des Landes ist. Zentrum der Stadt ist der große Marktplatz, auf dem einheimische und fahrende Händler ihre Waren feilbieten. Da Arandor mit seinem großen Flußhafen das Tor zur Welt für das gesamte Königreich ist, kann man auf diesem Markt Güter und Waren aus aller Herren Länder erwerben – vorausgesetzt natürlich, man hat genügend Silberstücke parat, denn billig ist der Einkauf hier bestimmt nicht. Direkt am Markt liegt das alte Ratshaus der Stadt. Der prächtige Bau wurde vor gut 200 Jahren begonnen und gelangte nach langjähriger Bauunterbrechung erst vor etwa 30 Jahren zu seinem heutigen Aussehen. Hier tagt der große Rat von Arandor, der dem König in beratender Funktion zur Seite steht.
Verlässt man den ganzen Trubel auf dem Marktplatz mit seinen Händlern, Artisten und Tavernen über eine der kleinen Straßen, die sternförmig in alle Himmelsrichtungen verlaufen, kommt man in die verwinkelten Gassen des Stadtteils Alt-Arandor. Dieser älteste Teil der Stadt wird dominiert von liebevoll gepflegten Fachwerkhäusern, deren Bewohner alle der wohlhabenden Oberschicht angehören. Dies spiegelt sich auch in den gut ausgestatteten Geschäften und Lokalen wieder. Die auffälligsten Gebäude Alt-Arandors sind das Haus der Stadtverwaltung und die Tempel des On und Rag'nag, die sich beide gegenüber am sogenannten „Götterplatz“ befinden.
Geht man weiter in westlicher Richtung, so kommt man in das eigentliche Herz der Stadt – den Hafen. Auch hier herrscht stets ein großer Trubel: Etliche Schiffe liegen hier und Arbeiter tragen große Mengen von Gütern in die großen Speicherhäuser. Viele ausländische Schiffer nutzen ihren Landgang, um in den zahlreichen Spelunken und Amüsieretablissements des Hafenviertels ihren gesamten Sold auf den Kopf zu hauen, was dem Besucher den Eindruck eines bunten und lebensfrohen Viertels gibt. Die negativen Aspekte – Taschendiebe, Bettler, mürrische Seesöldner, die schon seit Wochen auf einen Auftrag warten – werden gerne vergessen, wenn der Reisende daheim von seinen Eindrücken berichtet. Insgesamt gesehen ist das Hafenviertel jedoch ruhig, weil die Reichswacht und die Garde stets darauf achten, dass es zu keinen Konflikten kommen kann.
Geht man die Hauptstraße des Hafenviertels in nördlicher Richtung, so kommt man zu einem gewaltigen Gebäude, das sich wie ein großer schwarzer Klotz aus dem Meer der kleinen Häuser erhebt. Dies ist die Warenhalle der Stadt, in der zweimal im Jahr eine große Ausstellung der neuesten Errungenschaften der arandischen Handwerkskunst präsentiert wird. Überquert man hinter diesem Gebäude die Brücke über den kleinen Bach Drusal, so befindet man sich bereits in Ostenhof, dem flächenmäßig größten Stadtteil. Die Häuser mögen hier vielleicht nicht ganz so gut gepflegt sein wie in Alt-Arandor und die Tavernen nicht ganz so bunt und lebensfroh wie im Hafenviertel, doch gut leben lässt es sich hier allemal. Ostenhof wird dominiert von den vier Türmen der größten Tempel, welche die niedrigen Häuser um ein vielfaches überragen. Von einem dieser Türme brennt Tag und Nacht ein helles Licht, das man bei guter Witterung noch etliche Meilen entfernt sehen kann. So kann jeder Bewohner Ostenhofs stolz von seinem Viertel behaupten, dass es das erste sei, was ein Fremder von Arandor sehen könne.
Verfolgt man die Hauptstraße parallel zum Arval weiter nach Osten, kommt man zum großen Osttor der Stadt, welches die einzige Möglichkeit ist, den Ort in dieser Richtung zu verlassen. Hier am Tor befindet sich auch das Gebäude der Stadtwache, die von hier aus über die Sicherheit der Bewohner Arandors wacht. Vor dem Gebäude befindet sich ein kleiner Platz, auf dem die Wache verhafte Gauner, Diebe und Meuchler an den Pranger stellt und somit dem Spott der Bürger überlässt, die diese gerne mit allerlei Dreck und verschimmelten Obst bewerfen. Dieses führt dazu, dass auf diesem Platz immer eine Art Volksfeststimmung herrscht und der Verkauf von verfaulten Tomaten und sonstigen Unrat sich zu einer passablen Einnahmequelle für viele Bauern entwickelt hat.
In südlicher Richtung kann man den Platz über eine Straße verlassen, die sich „Äußerer Zirkel“ nennt. Im Gegensatz zum „Inneren Zirkel“, der kreisförmig um den Marktplatz läuft, führt diese Straße einmal in einem Bogen von Osten nach Süden, immer an der Stadtmauer entlang. Folgt man dieser Straße nach Süden, so kommt man nach Albendorf, dem südlichen Stadtteil Arandors. Wie der Name schon sagt, ist der Anteil an Alben und Halbalben hier besonders groß, und auch viele Fremde haben sich hier niedergelassen. Die Häuser Albendorfs wirken teilweise sehr exotisch und sind alles andere als planmäßig angelegt. Das kann dazu führen, dass sich Ortsfremde schon in den verwinkelten Gassen des Viertels verlaufen. Wichtiger Anhaltspunkt bei der Orientierung ist der Hungerturm, in dem diejenigen eingesperrt werden, die ihre Schulden nicht bezahlen können. Er ist das höchste Gebäude in diesem Teil der Stadt. Das bei weitem prächtigste Gebäude ist jedoch der Königspalast, der sich majestätisch inmitten einer prächtigen Parkanlage erhebt. Die meisten Bewohner Arandors kennen dieses Gebäude jedoch nur vom Hörensagen, da der Park von einer hohen Mauer umgeben ist und man den Palast selber eigentlich nur von einem der Türme der Stadt einsehen kann. Dann offenbart sich dem Betrachter jedoch ein glanzvoller Anblick: Das in rot und weiß gehaltene Gebäude ist ein Meisterstück arandischer Baukunst und der Park scheint mit seinen kunstvoll angelegten Anlagen ein wahres Paradies zu sein.
Verlassen wir die Stadt in südlicher Richtung über die Brücke vor dem Osttor auf der befestigten Straße, so vermittelt Arandor dem Reisenden den Eindruck einer sehr wehrhaften Stadt. Die hohen Mauern, die in den letzten hundert Jahren immer wieder ausgebaut und erneuert worden sind, scheinen jedem Angriff trotzen zu wollen. Die zahlreichen kleinen Orte vor der Stadtmauer rund um die Stadt, deren Einwohnerzahl inzwischen etwa 1000 Köpfe betragen dürfte, zeigen jedoch deutlich, dass Arandor seit etlichen Generationen nicht mehr angegriffen worden ist und offenbar auch keine Angriffe in nächster Zeit fürchtet. Doch trotzdem ist es gut zu wissen, dass man sich im Notfall hinter den Schutz eines derart mächtigen Verteidigungswalles begeben kann...

