Geographie Burusas
|
Überblick - Geschichte - Theokratie - Stadt Burusa - Geographie - Land & Leute |
| Inhaltsverzeichnis |
Besitzungen Burusas
Burusa liegt in den südlichen Ausläufern des Sar Katarn am Fluss Bursch. Die Theokratie hat kaum geographische Ausdehnung, außer der zwei Ortschaften Burusahafen und Meereshafen. Zudem gibt es noch die Zwingfesten, welche am Laufe der Bursch schützen. Bestrebungen zur Ausdehnung des Territoriums sind in der Vergangenheit am Widerstand der Kener und dem klimatischen Verhältnissen im Gebirge gescheitert.
Landschaft
Grünes Tal
„Ein liebliches, farbenfrohes Tal erstreckte sich vor uns als wir den Bergkamm überschritten. Tausende Blumen bedeckten die seicht geschwungenen Hügel des Tals vor uns. Ein betörender Duft stieg zu uns herauf, als wir den Hang in diese Oase des Grünens hinabschritten. Schmetterlinge stoben auf, Insekten schwirrten um uns herum, Vögel zwitscherten, auch Rotwild huschte über die Wiesen. Im Schatten eines lichten Waldes machten wir Halt. Es war so schön friedlich. Endlich war es wieder wärmer und nicht so trostlos wie im Sar Kartarn. An einer Quelle konnten wir uns laben und unserer Wasserschläuche auffüllen. Arivar, mein albischer Freund, erlegte ein wenig Wild, sodass wir endlich wieder frische Nahrung zwischen die Zähne bekamen.
Dieses Grüne Tal war gerade im rechten Augenblick aufgetaucht, um uns neuen Mut und neue Kraft zu schenken.“
Aus „Durch Wald und Wiesen, über Fluss und Berg – Reiseerzählungen eines Smills“ von Herox
In den südlichen Ausläufern des Sar Kartan liegt das Grüne Tal. Wie eine Oase in der Wüste erscheint dieses Tal dem Abenteurer, der sich ins Gebirge wagt: Es ist angenehm warm und farbenfroh. Es gibt frisches Wasser, denn hier plätschern die Wasser der Bursch fröhlich aus einer Felsformation hervor. Wildtiere grasen auf den Wiesen, Schmetterlinge und Abertausende andere Insekten laben sich am Nektar der Blumen.
Leben aber tut hier keiner. Einzig und allein ein einfaches Bauwerk ist zu finden: eine runde Holzhütte mit Strohdach. In dieser residieren die Schamanen der Bergkener, wenn sie sich –einmal im Jahr– im Grünen Tal versammeln, um ihren Ahnen zu Gedenken. Für die Kener ist das Grüne Tal das Paradies, in dem die Geister der Verstorbenen leben. Es ist ihnen Heilig, sodass sie es nur zu besonderen Anlässen betreten, um ihre Ahnen nicht zu stören.
Einige steinerne Ruinen zeugen davon, dass die Kener das Tal vor der dauerhaften Besiedlung schützen. So gab es einst einen Versuch von Burusa das Tal landwirtschaftlich zu nutzen. Aber das scheiterte am Widerstand der Bergkener, die sich die Unterstützung der Alben versichert hatten.
Nachts ist es in diesem friedlichen Tal ein wenig unheimlich. Die wenigen Reisenden, die es in diese Region verschlagen hat, erzählen von Stimmern, die im Dunkeln aus den lichten Wäldern ertönen, von eisigen Luftzügen, die durch das Tal wehen, und von Fratzen im Nebel, der in der Nacht aufsteigt. Mit der morgendlichen Dämmerung aber verschwindet dies alles wieder und ein fröhlicher Tag beginnt im Grünen Tal,
Nebelwald
Viele Meilen weit im Südosten liegen die nördlichen Ausläufer des Nebelwaldes. Der Wald erstreckt sich von er Küste bis weit hoch ins Gebirge.
Aufgrund der hohen Feuchtigkeit und der Wärme ist die Flora stark ausgeprägt. Der Boden wird von Pilzen und bis zu Mannshohen Farnen, darüber wachsen Bäume. Im Flachland werden diese nur noch von den großen Baumgiganten, deren Kronen sich in vielen Deformen Höhe im Wind wiegen, überragt. Auf den Bäumen selber wachsen auch eine Unzahl von weiteren Pflanzen wie Moosen, Orchideen und anderen. Im Hochland und im Gebirge sind die Urwaldriesen nicht mehr zu finden, dort überwiegen Pilze, Farne und kleinere Bäume.
Über und in dem Wald liegen fast ständig Nebelfetzen, welche mal dichter mal weniger dicht, für den Namen der Region verantwortlich sind. In diesem Nebel sind die Begegnungen mit der Tierwelt mitunter sehr erschreckend und gefährlich: Insekten, von denen viele Arten im Boden und den Pflanzen leben, schwirren durch die Lust und krabbeln über den Boden. Schlangen suchen sich ihren Weg zwischen dem Gewirr aus Ästen und Laub, auf der Suche nach Beutetieren. Affen kreischen von den Bäumen herab. Vögel flattern zwischen den Baumgipfeln umher. Kleinere Säugetiere immer auf der Hut vor den Reptilien und größeren Jägern, wie Jaguaren, durchstreifen das Unterholz. Aber alle fürchten die Spinnentiere, welche den Wald scheinbar beherrschen: kleine Kristallspinnen fangen Insekten in ihren Netzen; Nähmbras schleudern ihre Netze nach kleineren Vögeln, um sie als Nahrung zu sich zu nehmen; andere Arten legen ihre Eier unter die Haut von Säugetieren, wo diese dann heranwachsen und irgendwann Pusteln bilden, aus denen die kleinen Spinnen dann hervorkriechen. Am gefährlichsten aber für Mensch und Tier sind die gefürchteten Nebelspinnen, welche ihre Netze nur im dichten Nebel spinnen, sodass sich der unvorsichtige Wanderer leicht in ihnen verfangen kann. Und wenn es ihm nicht gelingt sich frei zu schneiden und dann die großen Spinnen vor ihn treten, hat sein letztes Stündlein geschlagen: wenn er Glück hat wird er gleich verspeist, wenn der Pech hat wird er erst eingesponnen und höher ins Gebirge gebracht, wo die Nahrung in Höhlen von der Decke baumelt. Diese Höhlen sind mit einem ständigen Wehklagen erfüllt, da das Opfer im Kokon langsam verhungert und verdurstet. Es heißt, dass die Nebelspinnen intelligent seien und über eine Sprache und Kultur verfügen. Bisher ist aber niemandem gelungen, ihren Herrscher ausfindig zu machen und davon heil und gesund zurückzukehren.
Mortka
Das Mortka ist ein weitläufiges Moorgebiet zwischen dem Sar Katarn und Mor'na'Rog gelegen. Es wird sich durch ein Bulten-Schlenken-Mosaik charakterisiert. Schlenken sind flache, nasse Vertiefungen, welche sich mit den Bulten, trockenen Tormooskuppen, abwechseln. Die größeren Wasseransammlungen inmitten des Hochmoores werden Mooraugen genannt. Gespeist wird das Moor von den Quellen der Bursch sowie den gelegentlichen Niederschlägen. Die Hauptpflanzen sind Sauergräser, Braunmoose und Tormoose. An den Rändern wachsen verstärkt Gehölze, wie Fichten, Birken, Kiefern und Erlen.
Für Wanderer ist das Mortka sehr gefährlich. Der Untergrund ist morastig und ein jeder Schritt muss vorsichtig gesetzt werden, da der Reisende nie weiß, ob der Untergrund ihn überhaupt trägt. Mooraugen und Schlenken entwickeln Blasen, welche unerträglichen Gestank ausströmen und so die Sinne verwirren. Irrlichter lodern über den Wasserlöchern und locken des Nachts den unvorsichtigen Wanderer in die Falle.
Im Zentrum erhebt sich der Moorkopf aus dem Mortka. Der Moorkopf ist ein hoher, schroffer Berg, welcher von Schnee bedeckt ist. Um diesen Berg ranken einige Gerüchte und Sagen:
„Es war die Zeit als die Götter gegeneinander Krieg auf der Welt führten. Den Lebewesen damals war noch nicht die Gnade des Tulbots gegeben: sie vermochten nicht zu sterben. Die mächtigsten Streiter der Götter in diesem endlosen Kampf waren die Giganten, von denen die Riesigen die jüngsten und kleinsten waren. Sie verwüsteten die Welt und warfen ganze Gebirge auf.
Unter ihnen war Mor der gerissenste und klügste. Er ersann einen Plan um seine Gegner zu besiegen. Er begrub sie unter Bergen, sodass sie für die Ewigkeit gefangen waren, wenn sie sich nicht befreien konnten. So sperrte er viele seiner Feinde unter ganzen Gebirgszügen ein.
Seine Feinde aber verbrüderten sich und entwickelten einen Plan: sie wollten seine Idee gegen ihn wenden. Viele Jahre lang durchzogen sie in mühevoller Arbeit die Erde zwischen dem heutigen Sar Kartarn und Morna’Rog, welches der Gigante gerade erst aufgeworfen hatte, mit Tausenden von Gängen und Höhlen. Dann lockten sie Mor in die gestellte Falle. Als der Gigant das Tal zwischen den Gebirgen betrat, knirschte der Boden unter ihm, Spalte und Rissen taten sich auf und zogen den Giganten in die Tiefe. Geröll und Schlamm begrub ihn, nur sein gewaltiger Kopf ragte noch auch dem Erdreich. Er zappelte wie wild, um sich zu befreien. Die Erde bebte dabei, aber es gelang ihm nicht, aus seinem Gefängnis zu entfliehen. So beklagte er sein Schicksal und weinte Äonenlang; seine Tränen verwandelten sein Gefängnis in einen Morast, abermals versuchte er sich zu befreien, aber wiederum gelang es ihm nicht. So schlief er entkräftet ein. Als Tulbot dann den Lebewesen seine Gnade schenkte, verstarb auch der Gigant in seinem Gefängnis. Noch heute ragt sein Kopf aus einem großen Hochmoor, dem Mortka, zwischen dem Sar Katarn und Mor'na'Rog.“
Die Sage vom Giganten Mor
Andere Versionen der Sage besagen, dass der Gigant noch immer in seinem Gefängnis schläft und nicht gestorben sei. Sie warnen vor dem Widererwachen und seiner Befreiung.
