Geschichte Burusas
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Die Geschichte des jungen Smills
„Traurige Ereignisse erschüttern derzeit mein Leben und lassen mich an meiner Zukunft in den Hallen Lamorias zweifeln. Aber von Anfang an: Vor zwei Wochen sind Teile der Mienen eingestürzt, als meine Eltern gerade die Arbeiten inspizieren wollten. Wir Beran und Jolia nicht mehr finden können, vermutlich wurden sie unter den Geröllmassen begraben. Ich verstehe nicht, warum uns Rag’nag das angetan hat. Wir waren immer im Tempel; nicht einen einzigen Gottesdienst haben ich und meine ausgelassen. Warum aber straft uns der Gott?
Und dann, dann heißt es auch noch, dass wir Schuld an dem Unglück hätten. Wir hätten am Material gespart und daher sei der Tunnel eingestürzt. Was wird mit uns geschehen?“
„Wir wurden verbannt. Nie wieder dürfen die Hallen unser Heimat betreten dürfen. Meine Brüder wollen ins Khalasch und sich dort als Mienenarbeiter verdingen.
Das will ich aber nicht. Ich werde die Rag’nag suchen und ihn Fragen, was wir falsch gemacht haben. Warum er unsere Eltern von uns genommen haben. Meine Brüder halten das für ein verrücktes Unterfangen.“
„Nach vielen Monaten der Suche in aller Herren Länder ohne ein Zeichen von Rag’nag zu finden, habe ich ein ersten Fingerzeig erhalten. Von einem Ordenbruder der Domiliber habe ich vom „Hammer Rag’nags“ erfahren; einem Berggipfel im Sar Katarn am Rande des Reiches. Dort werde ich mich hinbegeben.“
„Eine beschwerliche Reise liegt hinter mir. Ich bin durch die Wälder Ontans direkt ins Sar Kartarn gewandert. Dieses Gebirgsmassiv ist noch gewaltiger als ich es mir vorgestellt habe. In meiner Kindheit hörte ich Geschichten vom Ende der Welt, welches hinter dem Sar Katarn liegen soll. Jetzt glaube ich die Geschichten. Kein Ende ist absehbar, sobald man einen Hang überwunden hat, tun sie neue noch höhere vor einem auf.“
„Mir ist das Wasser ausgegangen und noch habe ich den „Hammer“ nicht gefunden. Die Landschaft hier ist unwirklich, nur wenig wächst hier. Kleine verkrüppelte Bäume, Moose auf den steinernen Boden, ab und an ein Kaninchen oder Hase, den ich mir fangen kann. Aber kein Wasser. Ich werde verdursten, noch bevor ich am Ziel bin.“
„Mir schwanden bereits die Sinne als ich den Hammer Rag’nags endlich erreichte. Ich stolperte nur och vorwärts. Ich hatte seit einigen Tagen nicht mehr getrunken und auch zur Jagd fehlte mir die Kraft. Als ich über eine Klamm kam, sah ich ihn: den Hammer. In einem Tal stand ein riesiger Felsen, der wie ein Hammer geformt war. Ich wusste, dass ich am Ziel war. Ich sank auf die Knie und dankte Rag’nag, dass ich dies noch erleben durfte.
Als ich mich wieder von meinem Gebet erhob, hörte ich ein Rauschen. Es war Wasser. In der Nähe musste ein Fluss sein. Ich machte mich auf die Suche und fand tatsächlich einen Fluss in einer Schlucht etwa fünfzig Deformen unter mir. Langsam machte ich mich an den Abstieg. Unten labte ich mich an dem frischen Wasser, dann schlief ich ein.
Als ich wieder erwachte stand, die Sonne tief, sodass ich hier unten in Schatten gehüllt war. Aber in der gegenüberliegend Wand einer Felseninsel glitzerte es. Ich hatte eine Erzader entdeckt.“
Auszüge aus dem Tagesbuch des „Heiligen Burusa“.
So fand der junge Smill Burusa sein Glauben wieder und um diese Felseninsel entstand eine kleine Stadt unter der Führung des Hohepriesters Burusa. Die Heiligen Mienen in der Felseninsel sowie ein Palast am Ostufer des Flusses wurden angelegt. Die Erze brachten schnellen Reichutm und locken immer mehr Smills, Kener und Menschen an.
Hungersnot und Gründung der Theokratie
Nachdem Tod des übernahm sein Sohn Tyrgox die Macht in der Kirche.
Die Stadt selber wurde in weltlichen Dingen von einem kleinen Stadtrat verwaltet. Dieser siedelte Handwerker an, die das Eisenerz direkt vor Ort verarbeiteten, Architekten und Steinmetze, welche die Wohnhöhlen bauten, und viele andere Handwerker. So entwickelte sich im Laufe weniger Jahre eine richtige kleine Stadt in der Felseninsel. Einige Bürger ließen sich sogar Häuser bauen, die an der Felswand der Insel hingen.
Nun wurde die Versorgung all der Bewohner zu einem großen Problem, ständig mussten Lebensmittel aus weit entfernten Regionen herbeigeschafft werden, da in der Umgebung der Stadt keinerlei Landwirtschaft möglich war. Nach einem Überfall auf so einen Transport kamen keine Lebensmittel mehr in die Stadt und eine Hungersnot brach infolge dessen aus.
Eine Erscheinung Rag’nags in seinen Träumen bracht Tyrgox auf die Lösung dieser Miesere: er ließ die Lebensmittel mittels Schiffen auf dem Fluss herbeischaffen. Da der Fluss allerdings nicht bis Burusa schiffbar ist, musste ein Hafen angelegt werden.
Von dort wurden die Lebensmittel dann in die Stadt transportiert. Es dauerte lange bis alle nötigen Maßnahmen getroffen worden waren, in dieser Zeit ließen viele Bewohner ihr Leben, sodass nur etwa zwei Drittel die Lebensmittelknappheit überlebten.
Die überlebenden Einwohner waren Rag’nag und ihrem Hohepriester so dankbar, dass sie ihn zu ihrem Herrscher ernannten. Tyrgox nannte sein Reich und die Stadt nach dem Begründer seines Reichtums und dem Gründer der Siedlung: BURUSA.
Während der Bauarbeiten an Kornspeichern am westlichen Ufer stießen die Arbeiter auf eine weitere Eisenerzader. Der Kornspeicher wurde nie vollendet. Dieser Fund zog jedoch immer mehr Leute an, die in der Stadt arbeiten und leben wollten. So war schon nach wenigen Jahren die Bevölkerungszahl der Stadt doppelt so hoch, wie vor der Hungersnot. Die Stadt blühte und gedieh, auch am Hafen entstand eine kleine Siedlung, die einfach nur Burusa-Hafen genannt wurde.
Am Ende seines Lebens war Tyrgox Herrscher über die Theokratie Burusa.
Die Zeit der Expansion
Ein Jahrhundert verstrich ohne große Einschnitte oder Veränderungen im Leben der Bewohner der Stadt. Das Einzige, was geschah, war die Freigabe des rechten Flussufers für die Besiedelung. So wurden Wohnungen in den Felsen geschlagen. Tyrgox III. erließ schließlich ein Gesetz, das den Wildwuchs in der Neustadt, wie die Siedlung auf der rechten Seite des Flusses genannt wurde, ein wenig eindämmte. Niemand durfte Gänge oder Höhlen näher als 25 Deformen an die Mienen der Kirche graben. Dennoch entstand in der Neustadt ein undurchschaubares Labyrinth aus Gängen und Wohnhöhlen, da sich jeder dort eine Höhle grub, wo es ihm passte.
Tyrgox III. wollte auch sein Herrschaftsgebiet ausweiten. Aber es war schwierig für den Thearchen neue Siedlungsplätze zu finden, da es kaum fruchtbare Regionen in der Nähe gab. Er schickte die Siedler schließlich in einige Täler mit fruchtbaren Böden, um so von den Lieferungen über den Fluss unabhängiger zu werden. Dies erregte aber den Zorn der in den Tälern des Gebirge heimischen Bergkener, die nach und nach von den Siedlern –überwiegend Menschen– verdrängt wurden. Schließlich kam es zu den ersten Übergriffen der Kener gegen die Siedler. Tyrgox III sah sich gezwungen, eine kleine Armee auszuheben und in den bedrohten Dörfern zum Schutze zu stationieren. Aber es war bereits zu spät. Es kam zum Krieg. Die Kener hatten sich die Unterstützung einer in den Bergen lebenden Albensippe gesichert, sodass die Soldaten des Thearchen in mehreren Scharmützeln geschlagen wurden. Tyrgox III war besiegt. Es kam zu Verhandlungen, deren Ergebnis war, dass die Siedler die Täler verlassen mussten. Zur Sicherung des Flusses jedoch durfte die Theokratie drei Zwingfesten errichten, welche den Lauf der Flusses bis zum Inneren Ozean überwacht. Dieses Verträge bestehen noch immer.
Der Reichtum des kleinen Reiches nahm immer mehr und damit auch der Einfluss auf die Kirche des Rag’nag. Es zeigt sich schon bald das ein nicht unerheblicher Teil ihrer Mittel aus den Mienen Burusa kam. Daher verlegte sie ihren Sitz nach Burusa. Als dann der Hohepriester der Kirche verstarb, wurde der Thearch Burusas zum neuen Oberhaupt der Kirche ernannt. Seit diesem Jahr ist der Herrscher über Burusa zugleich das Oberhaupt der Rag'nag Kirche.
