Königreich Kasprien


 Königreich Kasprien in Kürze:
 
 Gebiet:  	 Hauptstadt Witzweiden und angrenzende Gebiete
                 (Anmerkung: hiermit ist nicht Witzweiden, Bordiapur gemeint.
                 Die gleiche Namensgebung hat schon oft zu Verwirrung unter Reisenden geführt.)
 Herrscher: 	 Der Große Narr, Lachmani I
 Regierungsform: Narretei
 Einwohnerzahl:  Etwa 1500, fast alle Menschen
 Wirtschaft:     Landwirtschaft (Getreide, Zucker), Farben, sahnehaltige Backwaren, nervige Tröten


Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der aus den Inneren Landen ausgewanderte Adlige Zornbold von Egelbach errichtete hier seine eigene kleine Monarchie, indem er diese Stadt gründete und ihm ergebene Siedler mitbrachte. Er regierte sehr weise und seine Untertanen waren sehr zufrieden.

Als er nach 30 Jahren Regierungszeit starb, erbte sein Sohn Friedmann Krone und Herrschaft, aber er war das genaue Gegenteil seines Vaters, er erhöhte die Steuern und ließ sein Volk ausbluten, verhöhnte seinen Hofstab, schlug wen er wollte, wenn ihm danach war, ließ alle seine Sachen herumliegen, aß sein Mittagessen nicht auf und meinte auch noch alles besser zu wissen als alle anderen.
Kurz vor der Revolte, am Tag, den die Geschichtsgelehrten heute "Sahnetörtchentag" nennen, wurde es dem Hofnarren des Königs zu bunt ("So bunt, dass es schon wieder schwarz wirkt") und erschlug ihn mit dem 1.500-Seitigen "Buch der klassischen Scherze". Dann ernannte er sich selbst zum neuen Herrscher und nannte sich fortan "Der Große Narr Lachmani I", "Der Große Narr" sollte fortan der Titel des Herrschers dieses Reiches sein. Als erste Amtshandlung ließ er rasch zweihundert Sahnetörtchen mittlerer Größe in die Burg bringen, welche die Wachen auf den pöbelnden Mob im Burghof werfen musste. Damit schlug er zwei Fliegen mit einer Klappe: Er selbst hatte seinen Spaß und seine Untertanen hatten endlich wieder etwas zu essen... In der Hoffnung, dass sich die Lage durch diese symbolhafte Tat wieder bessern würde, gingen die Bürger wieder nach Hause.
In der folgenden Zeit sollte sich jedoch herausstellen, dass der Große Narr mitnichten besser regiert als der vorhergehende Herrscher, es wurde vielmehr noch schlimmer. Es gab nicht die vom Volk erhoffte Steuersenkung, denn der große Narr brauchte das Geld, um die Folterkammer zu renovieren, eine umfangreiche Bibliothek aus humoristischen Werken und Witzbüchern anzulegen und eine Gruppe von 32 engagierten Witzschreibern einzustellen.

Wichtige Gesetze

Lachmanis erstes erlassenes Gesetz war noch eines der harmlosesten, wenn auch ein ziemlich unsinniges. Es betraf die Namen, Titel oder standesübergreifende Bezeichnungen von Bevölkerungsschichten. Demnach hatten sich Mitglieder des gemeinen Volkes fortan Tölpel zu nennen, Gelehrte und Priester Schalk, Händler Clown, Handwerker dummer August, Handwerksmeister aber Harlekin, und Magier Schelm. Die Berater des großen Narren, auf deren Rat er grundsätzlich nie hörte, bekamen die Ehrenbezeichnung Kasper, die gesammelte Gruppe von Beratern wird dementsprechend Kasperltheater genannt. Der neue Hofnarr trug den Titel König, auf den Posten wurde der Sohn Friedmanns gesetzt, Ordodas, der für seine Humorlosigkeit und seine schlechte Laune bekannt war, die den großen Narren sehr zum Lachen brachte. Hierher rührt auch der Begriff der Narrenfreiheit, nur der König des Großen Narren darf nach Herzenslust schlechte Laune haben. Herkömmliche Narren dürfen den Titel Prinz tragen. Bei Verstößen gegen dieses Gesetz ließ der König beachtliche Milde walten. Der Gesetzesbrecher hatte bei Bemerken des Vergehens sofort eine Sahnetorte zu erstehen, um sie sich selbst ins Gesicht zu schleudern und sich darüber totzulachen, bildlich gesprochen, natürlich.


Das nächste Gesetz griff dann schon massiver in das Leben der Untertanen ein. Es wurde zur Pflicht, auf den Straßen ein fröhliches, wenigstens aber ein leicht erheitertes Gesicht zu machen, denn das verbreiten von schlechter Laune kann schwere Schäden an der Moral der Bevölkerung hervorrufen. Zusätzlich hatte sich ein jeder Bürger ein Repertoire von fünfzig Witzen anzueignen, die alle zwei Jahre ausgetauscht werden müssen. Das Repertoire kann bei misstrauen von den Wachen abgefragt werden. Personen mit ausländischem Ausweis müssen zumindest ein Repertoire von 10 Witzen aufweisen können. Verstoß gegen dieses Gesetzt werden mit 500 Umdrehungen im Karussell des Königs geahndet, dass sich im Burghof befindet. Vorzeitiges Erbrechen gilt nicht als Grund, die restliche Strafe zu erlassen, stattdessen muss der Straftäter eine Sahnetorte essen, danach wird die Strafe von neuem durchgeführt. Ortsfremde müssen beim ersten Verstoß nur den Burghof von erbrochenem Befreien, beim zweiten Verstoß droht ihnen die gleiche Strafe wie allen anderen auch. Die Konsequenz aus diesem Gesetz war ein starker Anstieg im Gebrauch der sogenannten Lachdämpfe, einem alchimistischen Mittel, dass es demjenigen, der das Zeug einatmet, ermöglicht, einen Tag mit extrem starkem Grinsen und Gelächter zu verbringen. An schlechten Tagen, die allerdings immer häufiger werden, die Lösung für alle Probleme. Andere Möglichkeiten sind der regelmäßige Gebrauch von Rauschmitteln oder der Besuch an einer der zahlreichen Lachschulen. Manche Magier können eine Dauerstimulans für die zum Grinsen benötigten Muskeln herbeizaubern, bei misslingen kann es allerdings sein, dass der Gesichtsausdruck in die Mordlust-Hass-Blutrausch-Gegend verzerrt. Kener werden gezwungen, spezielle Masken zu tragen, die ein lachendes Gesicht vorgaukeln, ansonsten sind ihre ausdruckslosen Gesichter für den großen Narren nicht zu ertragen. Die Masken sind für Mitglieder anderer Völker natürlich nicht zulässig.


Das nächste Gesetz betraf alle Handwerker, es sollte nur noch gestattet sein, Dinge herzustellen, die zumindest komisch aussehen, sie sollten möglichst auch noch extrem bunt und geschmacklos geformt sein, wie die bekannten Schuhe in gelb und grün, und fast einen halben Deformen lang oder bunt lackierte Rüstungen, die nur auf den zweiten Blick verraten, wo vorne und wo hinten ist. Auch die Verwendung ungewöhnlicher Materialien war ausdrücklich erwünscht, eine damals noch im Königreich Kasprien lebende Hexe, die inzwischen ausgewandert ist, ließ sich tatsächlich ein Haus aus hart gebackenen Kuchen bauen, die mit gefärbtem Zuckerguss verziert waren.


Einen wichtigen Bereich nimmt der "Index verbotener Witze" ein, der jedwede Scherze verbietet, die das Ziel haben, Bürger und Staatsoberhäupter Kaspriens lächerlich zu machen. Die Strafe für das verbreiten solcher Witze ist eine zähe Zuckerglasur, mit welcher der Straftäter überzogen wird. Bevor die Zuckerschicht ausgehärtet ist, wird er noch in bunten Liebesperlen gewälzt, erst dann wird er auf die Straße entlassen.

Das Vergeben von Narrenpunkten

Diese neue Regelung sorgte dafür, dass die Gesellschaftsstruktur in Kasprien vollkommen umstrukturiert wurde und entstand aus der Notwendigkeit heraus, dem Volke für seine Steuern etwas zurück zu geben. Narrenpunkte sind ein Bonus, von denen ein Bürger Kaspriens 10 pro Jahr erhält. Diese kann er ausgeben, um beispielsweise Strafen für Humorlosigkeit abzuwenden, oder er spart sie an. Dem Großen Narren steht es jedoch frei, einem Untertanen beliebig viele Narrenpunkte abzuziehen, oder zu schenken, wenn er über das Verhalten einer Person nicht erfreut war, oder diese besondere humoristische Leistungen an den Tag gelegt hat. Die Narrenpunkte geben den gesellschaftlichen Status in Kasprien an, um Kasper zu werden, benötigt man mindestens ein Konto von fünftausend Punkten, und ab eintausend Punkten wird man, wenn diese Tatsache bekannt sein sollte, zu gesellschaftlichen Veranstaltungen eingeladen. Auch Dienste im Sinne des Großen Narren werden häufig sowohl mit Geld, als auch mit Narrenpunkten entlohnt, das Fangen eines Wegelagerers beispielsweise bringt zehn Narrenpunkte und 3 Silberstücke ein, wenn es sich nicht um besonders erfolgreiche oder skrupellose Kriminelle handelt, während die Meldung einer Person, die ein ernstes Gesicht gemacht hat, immerhin einen Narrenpunkt einbringt. Inzwischen sind Narrenpunkte auch zu einer Ware geworden, die man untereinander tauschen kann, meist gegen eine ordentliche Menge Geld, ein Narrenpunk ist meist für etwa fünf Silberstücke zu haben. Diese Tatsache wird von den reichen Bürgern des Landes häufig genutzt, um Gesellschaftlich eine Stufe aufzusteigen.

Narrenpunkte werden auf gesiegelten Pergamentstückchen ausgegeben, die sich von der Bank für Narrenpunkte, ein eigens für den Handel mit Narrenpunkten geschaffenes Institut, in Pergamente wechseln lassen, die 10, 50, 100, 250, 500 oder 1000 Narrenpunkte wert sind. Autorisierte Mitarbeiter dieser Bank dürfen an des Großen Narren statt bis zu 100 Narrenpunkte täglich an geeignete Personen vergeben, aber ihnen auch abziehen. Narrenpunktkaufmann ist ein Lehrberuf, den es wohl nur in Kasprien gibt... Seit einige Bürger mehr Narrenpunkte für den Luxus verjubelt haben, einige Male ein griesgrämiges, schlecht gelauntes oder sogar wütendes Gesicht zu machen oder einen schlechten Witz zu erzählen, als sie tatsächlich besaßen, gibt es auch "schlechte Narrenpunkte", also sozusagen das negative Spektrum der Narrenpunkte. Diese armen Leute, zu denen inzwischen auch einige der ehemals einflussreichsten Personen gehörten, bevor die Narrenpunkte eingeführt wurden, stellen sozusagen den Abschaum der kasprischen Gesellschaft dar, während einige Personen es vom Bauern zum Kasper gebracht haben und förmlich in Narrenpunkten schwimmen.

 Anmerkung: Spielercharaktere aus Kasprien dürfen das Spiel mit bis zu 3W6 Narrenpunkten beginnen.

Kultur

Offizielle Äußerungen besagen, dass Spaß in Kasprien oberste Priorität hat. Alles, was die Bewohner Kaspriens tun, soll von heiterer, humorvoller Stimmung begleitet sein, sei es Handwerk, Kunst oder der Rest des Lebens. Alles, was geschaffen wird, soll zum Ausdruck bringen, wie lustig das Leben sein kann. Wenn ein Gegenstand nebenbei auch noch nützlich ist, um so besser. Auch die Gesetze sind von diesem Gedanken geprägt. Wenn jemand ein Verbrechen begeht, wie kann man denjenigen bestrafen, ohne dass alle, den Verbrecher eingeschlossen, ihren Spaß daran haben? Der Große Narr kann nicht ändern, dass das Leben manchmal schwer ist, aber er kann dafür sorgen, dass alle ihren Spaß daran haben!

Nüchtern betrachtet benimmt sich der Große Narr wie im Kindergarten. Dabei zwingt er seine Untertanen auf seine Weise, bei dem Unfug mitzumachen. Erniedrigende Bestrafungen, das Sammeln von Narrenpunkten und der Wunsch der Leute, dass diese Dinge jemand anderen Treffen als sie selbst, haben zu einer Lebensweise geführt, in der jeder Bewohner Kaspriens versucht, die Gesetzesverletzungen der anderen zu finden und zu ahnden, um nicht selbst die Sahnetorte ins Gesicht zu bekommen. Dass die Einwohner eine gewisse Fertigkeit im Werfen von Backwaren entwickelt haben, ist das einzige, was man möglicherweise als positiv bezeichnen könnte. Für den größten Teil der Bevölkerung ist diese Angelegenheit schon lange kein Spaß mehr, und sie würden gerne aufhören darüber zu grinsen, wenn sie denn dürften. Wenn man als Auswärtiger eine Weile in diesem Land verbringt, merkt man schließlich, dass der ganze Spaß nur noch eine recht dünne Fassade ist. Als Einheimischer weiss man das sowieso, wird es aber niemand sagen. Zudem ist den meisten Bewohnern das närrische Verhalten, einschließlich Witze erzählen und benutzen nerviger Tröten, schon so sehr in Fleisch und Blut übergegangen, dass es ihnen in fremden Ländern anfangs schwer fallen wird, damit aufzuhören. Ist diese Hürde allerdings irgendwann überwunden, werden sie eine Zeit der herrlichsten Griesgrämigkeit verleben.

"Militär"

Das Militär Kaspriens ist nur für Repräsentationszwecke vorhanden, da man eingesehen hat, dass ein so kleines Land keine schlagkräftige Armee aufbauen kann. Aus diesem Grund besteht das Militär nur aus fünfzig freiwilligen Personen, die bunt gekleidet und geschminkt und mit billigen Imitaten von Königsszeptern (also bunten Narrenszeptern mit Glöckchen) auf der alljährlichen Militärparade, die sich der Große Narr bei den Inneren Landen abgeschaut hat, wild tanzend durch die Straßen marschieren. Abgerundet wird die Parade durch Späher, also ebenso bunt ausgestatteten Personen, die auf Stelzen stehen und der Kavallerie, bei der jeweils zwei Personen sich als Pferd verkleidet haben (einer der Kopf, einer der Hintern), sowie Konfetti-Kanonen, die höchstens in der Lage sind, potentiellen Gegnern die Sicht zu versperren, aber zusammen mit den beliebten Törtchenkatapulten machen sie die Parade zu einem bunten und beliebten Spektakel. Die Teilnahme an dieser Armee ist relativ beliebt, weil sie mit 10 Narrenpunkten honoriert wird.

Persönlichkeiten Kaspriens

Der Große Narr, Lachmani I
Bereits, als er noch einfacher Hofnarr dieses Königreiches war, schien er nicht mehr alle Latten am Zaun zu haben (so könnte man sagen, wäre es nicht verboten). Sein vorhaben, den Herrscher, der die Bevölkerung unterdrückte, zu stürzen, um es selbst besser zu machen, entstammt zwar grundsätzlich seinem Mitgefühl für andere Menschen, aber schließlich verzweifelte er selbst an der Aufgabe der Staatsführung. Im Bemühen, sowohl seine Aufgabe, als auch das kleine Königreich lustiger zu gestalten, vergaß er, darüber nachzudenken, dass seine Art Humor nicht jedem gefallen konnte. Inzwischen ist er fieberhaft mit der Entwicklung neuer Varianten seiner geliebten Sahnetorten beschäftigt (in deren Rezepten Karotten, Schildkrötenfleisch oder Schnittlauch eine wesentliche Rolle spielen), während sein Drang, neue Gesetze und lustige Strafen für vergehen an ihnen zu erfinden, stark nachgelassen hat.


Räuber Hotzenplotz Dieser Mann ist der Schrecken der Bewohner Kaspriens, der gerissenste Wegelagerer, der sich jemals im Königreich Kasprien eingenistet hat. Einmal konnte der Kriminalkasper, der Leiter der Garde, ihn dingfest machen, doch bevor seine Strafe verhängt werden konnte, entkam er und konnte seitdem niemals wieder gefasst werden. Seine Ziele sind unbekannt, doch man vermutet, dass er dem Königreich und seinem Herrscher selbst schaden will, und dass er ein unstillbaren Hass auf die Symbole des Königreichs hat. Es gelang ihm bereits, mit geschmuggeltem Feuerfett die "Närrische Großbäckerei für Sahnetörtchen" völlig zu zerstören. Möglicherweise leidet er auch an beständiger schlechter Laune und Depressionen, denn den pflichtbewusst lächelnden, lachenden oder grinsenden Personen, die einen seiner Überfälle zu erdulden hatten, befahl er, sofort damit aufzuhören. Von mindestens einem Dutzend Fällen ist bekannt, dass bei Personen, die ihn darauf hinwiesen, dass dies verboten sei, Zähne flogen... Auf die Ergreifung des Unholds ist eine Belohnung von sage und schreibe einem Goldstück und 1.000 Narrenpunkten ausgesetzt. Unbestätigten Gerüchten zufolge soll es sich bei Hotzenplotz entweder um den neunzehnten Gott, König Friedmann, der irgendwie überlebt hat, oder um Lachmani I selbst handeln, der seine humorlose Seite, von der behauptet wird, dass er sie eigentlich auch besitzen müsste, auf diese Weise auslebt.

Persönliche Werkzeuge