Königreich Noarja
|
Geschichte
Urzeiten
Die Noar ist noch relativ klein nur zwischen dem südlichen Ausläufer der Blutberge und den Lehmbergen gelegen. In ihr leben Wüstenkener im Einklang mit den Sandwürmern.
Am Rande der Wüste in den Schluchten der Lehmberge leben Kanalkener, welche dort ihre Pjejhos errichtet haben.
Etwa 1.000 vor G.d.R. - Beginn der Besiedelung
Mit der Besiedelung des Landstriches zwischen Cantaria und den Inneren Landen durch die Siedler der beiden Länder kamen auch die ersten Menschen an den Rand der Noar. Sie erkannten schon bald, dass es keinen Sinn machen würde, die Wüste selber zu besiedeln. So errichteten sie ihre Städte am Rande der Wüste Noar.
Fernab ihrer Herrscher in Telar bzw. Velinor vertrugen sich die Siedler miteinander. Es entstanden damals fünf Städte: Tol Jybach, noch Nahe am cantarischen Heimatland gelegen; Noarjho, an einem Ausläufer der Blutberge; Perjho, inmitten eines Dschungels; Korjho, die südlichste Stadt am Fluss gelegen; Anujho, am Rande der Wüste im Zentrum der Städte.
Die Siedler behalten noch Kontakt zu ihren Heimatländern und schicken regelmäßig Händlerzüge dorthin.
Etwa 850 vor G.d.R. - Ausrufung des Königreiches Noarja
Die rote Pest wütet in Cantaria und den nördlichen Ländern. Es sterben viele Tausend Menschen, Argonoiden, Smills und Angehörige anderer Rassen. Die Städte an der Noar sind nicht betroffen. Ganze Landstriche wurden entvölkert, sodass sie die Heimatländer auf diese konzentrieren und der Kontakt abreißt.
In Anujho wird das Königreich Noarja ausgerufen und der Bürgermeister und reiche Kaufmann Depsmi Kerber wird zum König proklamiert. In den folgenden Jahren nimmt er die reichsten Händler der anderen Städte als Vasallen auf und macht sie so zu Herzögen. In Anujho lässt er sich einen herrschaftlichen Palast errichten.
Etwa 650 vor G.d.R. - Kontakt mit Einheimischen
Erst über dreihundert Jahre nach der Besiedelung kommt es zum ersten richtigen Kontakt mit den einheimischen Kenern. Zuvor gab es nur Gerüchte über ihre Existenz. Dieser Kontakt führt zum Untergang der Stadt des Königs. Wie aber kam es dazu?
"Eure königliche Hoheit, der Krieg im Norden ist entschieden. Die Inneren Lande haben die Blu’asghra Smills am Blutpass überwunden und haben Cantaria besetzt. Eine Gruppe von Smills hat die Blutberge verlassen. Sie sind an Tol Jybach vorbeigezogen. Und wurde berichtet, dass sie in die Lehmberge ziehen."
- "Dann schickt einen Trupp los und macht ihnen klar, wem hier das Land gehört und wem sie Untertan werden, wenn sie sich hier ansiedeln wollen."
(Gespräch zwischen dem General Dezna und dem König Depsmi VI.)
"Wir befanden uns auf der Suche nach den Smills, welche sich hier in den Lehmberge ansiedeln wollen. Wir wählten einen Weg zwischen dieser verdammten Wüste und den Bergen. Viele Tagelang hatten wir kein Lebenszeichen entdeckt. Bis wir zu einem Fluss kamen, der in der Wüste versickerte. Wir folgten ihm Richtung Quelle durch eine Schlucht ins Gebirge. Die Schlicht erweiterte sich und wir erblickten Behausungen.
Aber es waren nicht die Smills, die sich hier niedergelassen hatten. Zwischen den Lehmbauten, welche verwirrend verschachtelt waren und regelrechte Türme bildeten, sahen wir nur Kanalkener umherhuschen.
Der Hauptmann schickte einige Leute vor und wir bezogen Formation. Die Späher kamen zurück und brachten einen der Kener mit. Er unterhielt sich lange mit unserem Hauptmann, dann kehrten sich beide erbost den Rücken zu. Uns wurde befohlen, dass Dorf anzugreifen und bis auf den letzten Mann niederzumachen.
Es war ein blutiges Gemetzel. Viele der unsrigen ließen ihr Leben, aber schließlich brannten die Gebäude und wir zogen ab. Die Smills fanden wir nicht."
(Aus den Tagebüchern eines Gefreiten)
"Es ist unser königlicher Befehl, dass jeder der auf unserem Land lebt unser Untertan ist und uns Tribut zahlt. Wer sich weigert dies zu tun, soll bestraft werden. Und da sich diese Kener weigern Tribut zu zahlen, sollen sie dafür bezahlt werden.
General zieht mit Euren Soldaten los und brennt jedes dieser verfluchten Dörfer nieder, welches sie weigert u bezahlen."
(Befehl des Königs an seinen General)
So kam es, dass der König den Kanalkener mehr oder weniger den Krieg erklärte. Sie lebten schon viele Jahrhunderte in ihren Dörfern in den Schluchten der Lehmberge und viele weigerten sich zu zahlen. Aber der König hatte nicht mit Gegenwehr gerechnet. Er war der Widerstand nur gering und die Soldaten hatten wenig Schwierigkeiten. Bis eines Tages Kener vor den Toren des Palastes auftauchten:
"Wir glaubten unseren Augen nicht: Langsam, aber anscheinend unaufhaltsam näherte sich der Stadt ein Streifen Wüste. Ja, ob ihr’s glaubt oder nicht. Vor unseren Augen verwandelten sich die Äcker in gelben Sand. Der Streifen war etwa 25 Deformen breit. Dann erschienen auf diesem Streifen am Horizont Gestalten, als wir sie identifizieren konnten, gaben wir sogleich Alarm: Es war eine Heerschar von Wüstenkenern.
Ein Trupp unserer Kavallerie machte sich auf um sich ihnen entgegen zu stellen. Von den Zinnen konnten wir erkennen, dass der Wüstenstreifen die Richtung wechselte und sich nun auf unserer Reiter zu bewegte. Mit schwante Übles, aber von meinem Posten konnte ich nichts machen. Dann plötzlich schoss ein Wurm von gigantischer Größe aus dem Streifen empor, riss sein Maul auf und verschlang den gesamten Trupp. Sogleich verschwand der Wurm wieder in Erdboden und verwandelte ihn in den gelben Sand. Der Wurm maß sicherlich zehn bis zwanzig Deformen im Durchmesser und war über hundert Deformen lang. Seine Haut war gelb grau, an einigen Stellen traten Hörner aus dem Leib des Ungetüms. Sein Maul, welches etliche Deformen maß, war bewehrt mit Reichen von Zähnen.
Ich glaubte noch, eine Gestalt, einen Wüstenkener, der auf dem Ungetüm ritt, zu erkennen. Das gab den Ausschlag, ich nahm meine Beine in die Hand und verließ meinen Posten."
(Aus den Tagebüchern eines Gefreiten)
Die Kanalkener hatten ihre Vettern in der Wüste um Hilfe gebeten und diese halfen ihnen. Anujho war ihr Ziel. Etwa vier Dutzend Wüstenkener griffen die Stadt an. Sie wurden dabei von einem Sandwurm begleitet. Die Soldaten des Königs konnten dem nicht viel entgegen setzen, so fiel die Stadt und der König.
So entstand also aus dem ersten Kontakt mit den Kanalkenern der erste mit den Wüstenkenern und dieser endete in einem Desaster.
In den folgenden Jahrzehnten breitete sich die Wüster weiter aus und die verschlang die Anujho und nahm dem Reich einen grossteil seiner Ackerfläche.
Die Smills hatten sich unterdessen in den Lehmbergen niedergelassen. Von den Kanalkenern erlernten sie den Bau von Lehmhäusern, welche für das Klima gut geeignet sind. So errichteten die Smills zwei Städte an der Oberfläche und nannten sich fortan Blu’asghra Geno’rra.
Etwa 400 vor G.d.R. - Entspannung
Nach dem Untergang kam die Dynastie Horn an die Macht. Sie verlegte die Hauptstadt, Verwaltung und den Palast nach Perjho. Die Wüste wurde von nun an gemieden. Der Kontakt nach Tol Jybach wurde durch die Wüste getrennt deutlich schwieriger. Die wenige Karawanen durch die Wüste wurden häufig von den Wüstenkenern überfallen und auch am Rande der Lehmberge gab es übergriffe von den Kanalkenern.
Erst etwa 250 Jahre nach den Ereignissen von Anujho regte der König Horn XI einen runden Tisch zwischen den Kenern, Smills und Menschen an. So trafen sich also Vertreter aller Parteien zu Verhandlungen. Es wurden viele Jahre lang immer wieder Treffen veranstaltet und erst König Horn XII konnte den Friedensvertrag unterzeichnen.
Nun konnten die Karawanen wieder ungestört durch die Noar reisen und wurden sogar von den Wüstenkenern geleitet. So kam es zum Kontakt mit drei Oasen, in denen die Wüstenkener lebten, drei Pjejhos der Kanalkener und den beiden Städten der Smills.
Etwa 200 vor G.d.R. - Beistandspakt mit Cantaria
Weitere 200 Jahre später -der Kalte Krieg war auf einem seiner Höhepunkte- trafen Diplomaten aus Cantaria in Perjho ein. Es wurden Verhandlungen geführt, die dazu führten, dass Cantaria die Sicherheit und Souveränität des Königreiches Noarja durch militärischen Schutz und wirtschaftliche Beziehungen gewährleistet. Als Gegenleistung wurde der gesamte Handel nur noch über Cantaria abgewickelt. Dadurch entwickelt sich Tol Jybach zu einem bedeutenden Handelsknoten.
Etwa 150 vor G.d.R. - Bürgerkrieg
Etwa fünfzig Jahre nach dem Beistandspakt mit Cantaria werden die Smills und Kanalkener zunehmend unzufriedener, da sie nicht davon profitieren. Für sie fällt kein Gewinn ab. Es kommt vermehrt zu Überfällen auf Karawanen und Steuereintreiber. Einige Pjejhos stellen die Zahlungen ein.
Der König schickt Soldaten, um die Aufständischen, wie der König sie nennt, zur Räson zu bringen. Nach der Brandschatzung eines Pjejhos suchen die Kener nach Hilfe. Sie finden sie an zwei Orten: in der Wüste und in den Inneren Lande. Der Imperator schickt ausgebildete Soldaten und Militärtaktiker, um die Kanalkener zu schulen. Ein Stamm der Wüstenbewohner kann zur Mithilfe überredet werden.
Es kommt zu zahlreichen Gefechten, in deren Verlauf viele Kener und Menschen ums Leben kommen. Schließlich ziehen sich die Wüstenkener aus den Kämpfen zurück, nachdem es cantarischen Soldaten gelungen ist, einen Sandwurm noch vor Perjho zu stoppen und zu töten. Daraufhin werden auch die Leute des Imperators zurückgezogen.
Die Revolte ist zurückgeschlagen. Die Situation ist aber deutlich schlechter als vorher. Nur noch wenige der Pjejhos zahlen Tribut, die Smills betrachten sich nunmehr als Mitglieder Ontans, da der Grenzverlauf strittig ist und die Wüstenkener sind zerstritten. Einige arbeiten mit dem König zusammen und unterstützen Karawanen, andere bringen die Sandwürmer dazu die Wüster ausbreiten zu lassen.
Ab etwa 30 vor G.d.R. - Tol Jybach tritt nach Cantaria über
Die Wüstenkener scheinen sich geeinigt zu haben: sie führen keine Karawanen mehr durch die Wüste. Stattdessen werden fast alle Karawanen überfallen. Der Kontakt zwischen Tol Jybach und dem Rest der Landes bricht ab. Auch die Pjejhos sind nicht mehr zu erreichen.
Tol Jybach fühlt sich von der Wüste bedroht. Daher beschließt der reiche Handelsknoten den Bau des Walls: zwischen Ausläufern der Lehm- und Blutberge soll ein großer Wall errichtet werden, welcher die Ausbreitung der Wüste unterbinden soll. Viele hundert Menschen machen sich an dieser Meisterwerk der Baukunst.
Im Jahr 28 vor G.d.R. erklärt Tol Jybach seinen Beitritt zum Reich des Cant. Der König kann -aufgrund mangelnden Kontakts- nichts dagegen unternehmen. Das Königreich verliert eine seiner wichtigsten Städte.
Cantaria unterstützt den Bau des Walls, sodass dieser nach nur zehn Jahren Bauzeit festiggestellt ist.
Und auch die Wüste breitet sich zunehmend aus. Der Palast des Königs bei Perjho ist schon vom Sand der Wüste bedroht. Die Noar hat hier den Dschungel von Ontan vertrieben. Der König beschleißt die Hauptstadt nach Noarjho zu verlegen. Er zieht mit seinem gesamten Hofstaat dorthin und lässt sich dort einen Palast errichten.
Ab 1 G.d.R. - Beitritt zum Reich
Die letzten Bauarbeiten an den Palastanlagen in Noarjho werden fertiggestellt, während der König in der Hauptstadt in der Stadt des Imperators weilt. Dort erklärt König Horn XXVII den Beitritt des Königreiches Noarja zum Reich der Tausend Nationen.
Das Königreich ist nun eine unbedeutende Provinz des großen Imperiums. Die Ausbreitung der Wüste und der Ärger mit den Kenern halten weiter an. Der König hofft auf Hilfe des Imperators bei seinen Problemen.
Ab 7 G.d.R. - Hoffnug in die Friedenstruppen
Es kommt zu großen Friedensverhandlungen. Dort wird unter anderem beschlossen, dass sogenannte Friedenstruppen eingeführt werden. Das Königreich Noarja erhofft sich davon, dass diese beim Problem mit den Kenern helfen werden.
Ab 7 G.d.R. - Der Tod des Königs
Bei einer Reise nach Cantaria zur Klärung politischer Angelegenheiten wird der König von Wüstenkenern überfallen. Er ist bis heute vermisst. Man geht davon aus, dass er nicht mehr unter den Lebenden weilt. Der erste Berater des Königs, Asbald, nimmt während der Abwesenheit des Königs die Regierungsgeschäfte in die Hand. Er veranlasst, dass an den Kenern Vergeltung geübt wird.
Landschaft
Wege und Pfade
Der am meisten benutzte Handelsweg ist die Straße zwischen Noarjho und Perjho, welcher von Noarjho ausgehend zuerst am Fluss entlang durchs Ackerland verläuft. Am Drei-Länder-Ecke (Noarja, Märchenlande und Ontan) verwandelt sich der Weg in einen Treidelpfad. Die Handelswaren werden auf Flösse umgeladen, auf denen sogar ganze Wagen Platz finden. Die Flösse treiben dann in gemächlichen Tempo Flussabwärts und gelanden so zuerst nach Perjho und schließlich nach Korjho. Flussaufwärts ist die Reise deutlich anstrengender die Flösse, welche gewaltig Lasten bewegen können, werden von Zugtieren gezogen.
Händler, welche sich die Passage auf den Flössen nicht leisten wollen, können auch einfach mit ihren Wagen den Treidelpfad entlang fahren, kommen so aber erheblich langsamer voran.
Die Karawanenwege durch die Noar sind nur wenigen einheimischen Kenern bekannt. Der größte Teil der Karawanen, welche sich ohne erfahrene Wüstenführer in die Noar aufgemacht haben, ist nie mehr zurückgekehrt und über ihr Schicksal ist nichts bekannt. Die Kener hüten das Geheimnis um die Wege durch die Wüste und kontrollieren somit den Handel mit den Gütern der Wüste.
Fruchtbares Ackerland
Fruchtbares Ackerland findet man nur endlang des Flusses im Norden des Landes. Die Siedler haben hier in mühsamer Arbeit Bewässerungskanäle angelegt, um ihre Felder mit dem nötigen Nass zu versorgen. So ist es ihnen möglich Getreide, Bohnen, Kartoffeln und verschiedene Kohlsorten anzubauen.
Südlich der Flusses beginnen die Kanäle jedoch schon zu versanden, sodass die Erträge auf den Feldern immer schlechter werden. Es ist schon absehbar, dass in einige Jahren alle Äcker südlich des Flusses unbrauchbar sind, wenn nicht viel Mühe in den Erhalt der Kanäle investiert wird.
Im Süden um Korjho sind ebenfalls Bewässerungsanlagen zu finden, aber auch diese drohen zu versanden. Nur noch ein schmaler Landstrich entlang des Flusses ist für den Ackerbau zu gebrauchen und der Herzog hat sich da Ziel gesetzt die Bewässerungsanlagen zu erhalten und noch weiter auszubauen.
Noar
Wie ein Keil schiebt sich die Noar zwischen die Blutberge im Norden und die Lehmberge im Südwesten. Einst beschränkte sich dieser unfruchtbare Landstrich nur auf das Land zwischen den Gebirgen und somit auf weniger als die Hälfte des Königreichs. Mittlerweile haben sich die Dünen der Wüste aber weit in das einst sehr fruchtbare Land gefressen. So wird das Bild der Noar bei den Menschen von den gewaltigen Dünen feinen Sandes geprägt, welche einige Jahre nachdem die Sandwürmer den Boden unfruchtbar gemacht haben, entstanden sind. Scheinbar unaufhaltsam bewegen sich diese Sandberge vorwärts und zermalmen alles, was ihnen in den Weg kommt. Bei Perjho hat die Wüste mittlerweile den Fluss und den Wald von Ontan erreicht. An dieser natürlichen Grenze ist ihre Ausbreitung zum Stillstand gekommen.
Im Inneren der Noar ist das Bild allerdings ein anderes: Das Land ist karg, es gibt wenig Bewuchs. Der Boden ist mit Geröll überseht. In Senken, in denen sich das wenige Regenwasser sammelt kann, haben sich Salzflächen gebildet. Der Wind und Sand hat bizarre Felsformationen gebildet, die wie Türme einige zig Deformen in die Höhe ragen.
Die Sonne scheint erbarmungslos vom Himmel. Die Luft erreicht Temperaturen von bis zu 60° im Schatten. In der Nacht wird es empfindlich kalt. Der Boden kühlt sehr schnell aus und Reisende beginnen zu frieren.
Wasser ist eine Seltenheit und wichtigstes Gut in diesem Landstrich. Die wenigen Quellen werden von den Wüstenkenern eifersüchtig gehütet. Diese Oasen sind von Außenstehenden nur schwer zu entdecken, geschweige denn zu erreichen. Die Wüstenkener kontrollieren die Wege, welche durch die Wüste zu ihren Städten führen, und somit den gesamten Handel der Noar.
Der Wall
Zwischen den Blut- und Sandbergen wurde der Wall errichtet. Er bildet die Grenze zwischen dem Königreich Noarja und Cantaria. Auf Bestreben von Tol Jybach wurde diese gewaltige Anlage gebaut, damit sich die Wüste nicht weiter Richtung Nordwesten ausbreiten kann. Mit großen Anstrengungen gelang es den Ingenieuren und vielen Tausend Arbeitskräften einen Wall gigantischer Ausmaße zu errichten: Der Wall verbindet die Ausläufer der Blut- und Sandberge und hat somit etwa eine Länge von 50 Meilen. Seine Breite beträgt zwischen fünf und zehn Meilen. Seine Höhe unterschreitet an keiner Stelle hundert Deformen.
Alle 500 Deformen wurde ein Wachturm errichtet. Von diesen wird der Grenzverlauf ständig im Auge behalten und vor etwaigen Feinden gewarnt. Mittels eines Feuerzeichen werden Alarmsignale von einem Turm zum nächsten weitergeben, sodass innerhalb weniger Minuten die nächste Militärbastion alarmiert ist. Von diesen Bastionen gibt es drei Stück, welche direkt in den Wall integriert sind. Sie verfügen über Tore in beide Richtungen, welche mit schweren Fallgittern, gewaltigen Torflügeln bewehrt sind. Die Bastionen haben je eine Sollzahl von 250 Soldaten. Die tatsächliche Anzahl der Soldaten am Wall beträgt aber selten mehr als 400. Der Dienst in dieser abgelegen Region Cantarias ist äußerst langweilig, daher sind die meisten Soldaten hierher Strafversetzt worden; auch die Zahl der Deserteure ist am Wall deutlich größer als anderswo in Cantaria.
Aber dennoch erfüllt der Wall bisher seinen Zweck: Die Noar hat sich noch nicht nach Cantaria hinein ausgebreitet und es gab noch keine Angriffe auf den Wall. Die Rebellen in der Wüste meiden dieses Bollwerk.
Klima
In Noarja ist es tagsüber immer sehr warm, für Fremde geradezu heiß. Erst wenn es dunkel wird, sinken die Temperaturen. So ist es während der Dämmerungen angenehm kühl, sodass in diesem Zeitraum viel Aktivität herrscht. In der Nacht, wenn nicht mehr die warmen Sonnenstrahlen auf den Boden fallen, wird es empfindlich kalt.
Es fällt so gut wie nie Regen. Nur einmal im Jahr, während der Regenzeit, stürzen wahre Sintfluten aus den Wolken herab. Für einen Monat – der Wassermonat des Frühlings – verwandelt sich dann der gesamte Landstrich in Matsch und Schlamm. In Lehm- und Blutbergen kommt es dann immer wieder zu Bergrutschen. Die Wege und Straßen sind kaum passierbar. Dann verwandelt sich die Wüste in eine blühende Landschaft, all die Samen von Blumen, Gräsern und kleinen Sträuchern, welche sich im Sand der Wüste verborgen hatten, erwachen zu kurzem leben. Aber die unerbärmliche Sonne macht diesem schnell wieder ein Ende und die Pflanzen verdorren.
Das Wasser für die Städte und Äcker muss aufgrund des wenigen Regen insbesondere aus den wenigen Brunnen gewonnen werden oder über die großen Aquädukte in die Städte geschafft werden. Während des Wassermonats im Frühling werden die Kavernen der Städte geöffnet, sodass sich diese füllen können und die Städte für einige Monate mit Wasser versorgen können.
Wenn aber die Regenzeit einmal ausbliebt, was auch alle Jahre mal wieder geschieht, dann sinken die Wasserpegel in den Brunnen und den Flüssen. Nur noch wenige Felder können bewässert werden und es kann zu einer Hungersnot kommen.
Ein großes Übel für die Landwirtschaft und die reisenden Kaufleute sind die Sandstürme. Erst weht nur ein laues Lüftchens, welches ein bisschen Erfrischung verspricht. Aus diesem Lüftchen aber entwickelt sich ein Sturm – ein wahrer Orkan –, der den Sand aus der Wüste mit sich trägt. Der Sand nimmt einem die Sicht, nicht einmal die Hand vor Augen ist zu erkennen. Er dringt in jegliche Ritzen und Öffnungen ein. An eine Reise ist unter diesem Bedingungen nicht zu denken. Wer nicht im Schutz eines stabilen Gebäudes unterkommt, wird vom Sand begraben und muss sich nach Ende des Sturms erst wieder mühsam befreien und den Sand aus seiner Kleidung entfernen. Am unangenehmsten und gefährlichsten aber ist es, wenn der Sand erst einmal in ungeschützte Körperöffnungen eindringt. Schon so mancher Fremde ist nach einem Sandsturm tot, den Mund voll Sand, aufgefunden worden.
Politik
Innerhalb der Reiches der Tausend Nationen ist der politische Einfluss der Königs unbedeutend. Er hat weder eine große wirtschaftliche noch militärische Kraft hinter sich.
Innerhalb des Königreiches selber haben die menschlichen Siedler die Macht (Zumindest glauben sie das). Das Reich wird vom König regiert. Dieser erlässt die Reichsgesetze, zieht Zölle, spricht Recht und ist oberster Heerführer.
Unter ihm stehen seine Vasallen: die Herzöge. Das Land ist insgesamt in drei Herzogtümer aufgeteilt. Die Herzöge haben die Aufgabe Gesetzte in ihren Herzogtümern zu erlassen und durchzusetzen, zudem können sie Abgaben erheben, welche sie jedoch zum Teil an den König abführen müssen.
Das größte, aber unbedeutendste ist Perjho, das Herzogtum der Wüste. Es umfasst die gesamte Noar. Der Herzog lebt in seinem Palast in Perjho. Er erhält nur wenige Abgaben von seinen Untertanen, da ein Teil der Wüstenbewohner den Treueid verweigert und seine Macht nicht anerkennt. Einzig und allein der Handel mit den Gütern der Wüste bringt ein wenig Gold in die Kassen des Herzogs.
Das kleinste Herzogtum ist Korjho, welches neben der Stadt Korjho und des südlichen Ackerlandes auch die Lehmberge umfasst. Der Herzog von Korjho hat seine Hauptaufgabe dem Erhalt der Bewässerungsanlagen gewidmet. Die Städte der Smills in den Lehmbergen erkennen ihn nicht als ihren Herrscher an, da sie sich als Bewohner Ontans ansehen.
Im Norden des Königreiches ist das Herzogtum Noarjho gelegen. Sein Herzog ist zugleich König des Reiches. Es ist wirtschaftlich die bedeutendste Region des Landes, da sich hier nicht nur die fruchtbaren Felder zu finden sind, sondern auch die Blutberge, in denen die Bergleute in den Erzminen des Königs arbeiten.
Der Einfluss der Herzöge und des Königs endet jedoch am Rande der Wüste. In der Wüste selber haben die Wüstenkener den größten Einfluss. Sie beherrschen den gesamten Handel mit den Waren der Wüste. Eine Oase hat seinem Hezog die Treue geschworen und führt Karawanen durch die Noar.
Am Rande der Wüste in den Gebirgen dominieren die Kanalkener in ihren Pjejhos, die drei größten Dorfgemeinschaften haben sich jedoch dem Königreich angeschlossen und zahlen regelmäßig ihre Abgaben.
In den Höhen der Blutberge und Lehmberge leben die Smills; in den Blutbergen die Blu’asghra, welche aber nicht als Einwohner des Königreiches gelten und in selbstverwalteten Städten leben; in den Lehmbergen die Blu’asghra Geno’rra, welche sich als Einwohner Ontans betrachten.
