PiTA 18.06.2007 - Turbulenzen im Uetersener Rat
Nach einer teilweise heftigen und leidenschaftlichen Diskussion stimmte die Mehrheit der Ratsversammlung aus CDU und BfB gegen einen gemeinsamen Antrag der SPD, FDP und AL zur Jugendpolitik.
Konfrontation. "Mit der Zusammenlegung der offenen und geschlossenen Jugendarbeit im Stadtwerkehaus können wir uns so nicht zufrieden geben. Es wird gesagt: Wir legen alles zusammen. Aber das ist eine Täuschung. Es soll eine Wand im Jugendzentrum gezogen werden: So sieht die Integration der CDU aus! Die zahlreichen Überlegungen, wo Jugendarbeit stattfinden soll, sind nur Augenwischerei. Sie wollen sich nur über die Zeit bis zur nächsten Kommunalwahl retten!" So die Worte Rainer Darkows von der Alternativen Liste (AL) Uetersen in seinem Statement zur Jugendarbeit.
Seine leidenschaftlich vorgetragenen Ausführungen wurden immer wieder von dem Beifall der anwesenden Jugendlichen unterbrochen, die der jüngsten Sitzung der Ratsversammlung beiwohnten. Sie hatten lange warten müssen, bis der sie interessierende Tagesordnungspunkt zur Sprache kam. Zwei von ihnen, nämlich Merten Johannßen und Mirko Nottelmann, hatten während einer von Darkow beantragten Sitzungsunterbrechung Gelegenheit, ihre Meinung zu äußern. Fazit: Sie stehen der von CDU und BfB angestrebten Zusammenlegung der offenen und geschlossenen Jugendarbeit im Stadtwerkehaus - und dem ehemaligen Schwesternheim - kritisch gegenüber.
Die Mehrheit aus CDU und BfB lehnte den gemeinsamen Antrag von SPD, FDP und AL zur Jugendarbeit mit 15 zu 12 Stimmen ab. In dem Antrag sprechen sich die genannten Parteien dafür aus, die derzeitigen Standorte Jugendzentrum Berliner Straße und Stadtwerkehaus Parkstraße beizubehalten.
"Die offene und geschlossene Jugendarbeit sollen weiterhin räumlich getrennt bleiben. Das Jugendzentrum an der Berliner Straße wird erhalten, bis die Prüfung der alternativen Standorte wie Speicher am Hafen beziehungsweise Neubau einer Halle an der Großen Twiete erfolgt ist", formulierte der SPD-Fraktionsvorsitzende Ingo Struve. Er nannte die 140 000 Euro für den Bau einer Wand eine Fehlinvestition, über die Mehrheitsfraktion noch einmal nachdenken solle. Der Neubau einer Halle an der Großen Twiete stellt für ihn ein Abschieben der Jugendlichen dar.
CDU-Fraktionschef Gerhard Ruhnke kündigte in seiner Erklärung an, für die Zusammenlegung der offenen und geschlossenen Jugendarbeit im Stadtwerkehaus und nahen Schwesternheim zu stimmen. Als Gründe führte er den Standort, sprich: die Nähe der Schulen, an. Jugendliche könnten so die Angebote des Stadtwerkehauses nutzen. Die Stadtjugendpflege habe sich der Aufgabe der Integration zu stellen. Das müsse auch im Stadtwerkehaus möglich sein.
von Stefan Imlau

