Postille 21


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Monster des Monats

Diesmal dreht es sich bei dem Monster des Monats nicht um ein einzelnes Wesen, sondern vielmehr um allerlei Kleingetier, das dem Abenteurer und Reisenden das Leben schwer machen kann.
Den Beginn in dieser kleinen Aufzählung von üblen Getier macht der Orchalwurm. Dieser in allen Sumpfgebieten beheimatete etwa fingerlange Wurm hat eine schwarz-braune, glänzende Haut. Keinerlei Augen, Ohren oder andere Auswüchse fallen auf; nur sein großes Maul, welches an einem Ende sitzt, stellt ein besonderes Merkmal dar. Mit diesem bohrt er sich ins Fleisch seiner Opfer, wo er seine Eier in der Bauchhöhle legt. Die frisch geschlüpften Orchalwürmer weiden dann das Wirtstier von Innen heraus aus. Für gewöhnlich legt der Wurm seine Eier nur in bereits tote Wirte, aber s heißt, dass schon der eine oder andere unvorsichtige Wanderer von Innen heraus ausgeweidet wurde und einen elendigen Tod starb. Man kann sich aber relativ leicht gegen die Würmer schützen, so sagen es zumindest die Alchimisten und Bader: reibt man seine Haut mit Urin ein, wird man von den Würmern gemieden.
Deutlich ungefährliche und weniger Ekel erregend ist die etwa faustgroße Schnappspinne. Sie lebt in dichten Wäldern im Unterholz und macht dort jagd auf ihre Beutetiere: große Insekten und kleine Säugetiere. Aufgrund ihrer Färbung -sie ist braun mit einigen grünen Flecken darin- ist sie nur sehr schwer auszumachen. Wenn ihre Beute dicht genug an sie heran gekommen ist, während sie absolut starr in ihrem Versteck lauert, springt sie hervor und schnappt sich die Beute. Es kommt auch schon mal vor, dass sie dabei den Fuss eines Wanderers erwischt. Steckt dieser in einem ordentlichen Stiefel passiert nichts weiter; ist er weniger gut geschützt, verursacht ein solcher Biss höllische Schmerzen, welche jedoch nach etwa einer Stunde abklingen und keine bleibenden Schäden hinterlassen.
Das kurioseste Kleingetier in der heutigen Ausgabe ist jedoch der Augenkäfer. Dieser seltene etwa daumengroße Käfer ist äußerst selten, aber in allen Regionen heimisch. Das besondere an ihm sind, die zahlreichen Augen, welche überall auf seinem kleinen Leib zu finden sind: auf dem Kopf, Rücken, sogar auf den Beinen. Ob diese jedoch alle auch etwas sehen können oder nur der Abschreckung von Feinden dienen, wurde noch nicht ergründet. Alchimisten schätzen ihn jedoch als Zutat für allerlei Tinkturen zur Stärkung der Sehkraft.

Aldruan verstummt

Hauptstadt. (cp) Vom Rande des Aldruans, oder in der Sprache des einfachen Volkes Albenwald geheißenen Waldes, haben seltsame Nachrichten unsere Redaktion erreicht. Da unser Schreiberling noch nicht von dort zurück gekehrt sind, veröffentlichen wir im folgenden nur die Augen- oder sollten wir besser schreiben Ohrenzeugen.
Wie so oft in diesen Herbsttagen machte ich mich am Abend, nachdem ich den ganzen langen Tag auf dem Acker geschufftet hatte, auf den Weg zum Rande des Albenwaldes. Dort wollte ich Holz sammeln; nur sammeln nicht jedoch schlagen, denn das zöge nur den Zorn der im Wald heimischen Alben auf mich. Also ich erreicht also den Waldrand und klaubte Stock für Stock, Zweig für Zweig vom Boden auf. Als plötzlich etwas seltsammes geschah: ein Baum stürzte direkt vor meinen Augen um; aus heiterem Himmel; einfach so. Und danach war es irgendwie anders. Ich merkte nicht sofort, was los war. Irgendetwas war einfach anders. Auf dem Weg nach hause, fiel es mir dann auf: kein Geräusch mehr drang aus dem Wald heraus. Kein Vogelgezwitscher, kein Raunen des Windes in den Baumwipfeln, kein Schrei eines Tieres. Das letzte, was ich aus em Wald hörte, war das Umkippen des Baumes gewesen.
Diesen Bericht lieferte uns der Bauer Gernot. Solche und ähnliche Berichte haben uns vom gesamten Waldrand erreicht. Unser Schreiberling ist auf dem Weg dorthin, um diese Seltsamkeit zu ergründen. Wir hoffen in einer der nächsten Ausgaben seinen Bericht darüber abdrucken zu können.

Wilde überfallen Goldenbach

Saigerach. (m) Reisende berichten, dass das Dorf Goldenbach nahe des Khalasch fast völlig zerstört wurde. Den Aussagen der Überlebenden zufolge sei eine Gruppe von etwa einhundert kräftigen, wild aussehenden, in fremdartige krude Gewänder gehüllte Menschen in den Ort gestürmt und haben die Dorfbewohner wahllos angegriffen sowie mehrere Brände gelegt. Es scheint, als habe jede Familie einen oder zwei Todesfälle und ähnlich viele Verletzte zu beklagen. Woher die Barbaren stammen ist ebenso unbekannt, wie ob sie dorthin zurückgekehrt oder weiter gezogen sind. Es wird vermutet, dass sei in einem bisher unentdeckten Tal des Khalasch beheimatet sein könnten.

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