Verarbeitung von Pflanzen
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Überblick - Verarbeitung von Pflanzen |
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Trocknen
Die Kräuter werden vor dem Trocknen nicht gewaschen, jedoch kleingeschnitten. Das Sammelgut legt man auf Tücher oder Papier und trocknet es im Schatten oder in luftigen, warmen Räumen. Bei Wurzeln, Rinden oder sehr saftigen Pflanzenteilen ist oft eine Trocknung mit künstlicher Wärme nötig. Dabei darf die Temperatur nicht zu groß werden. Wurzeln, die man natürlich gründlich wäscht, soll man ebenso wie Misteln am besten vor dem Trocknen schneiden. Nur ganz trockene Kräuter könne für den Winter aufbewahrt werden. Dafür eignen sich am besten lichtdichte verschließbare Tontöpfe.
Tee
Aufguss: Die frischen Kräuter werden zerschnitten und in der vorgeschriebenen Menge in ein Behälter gegeben. Kochendes Wasser wird über die Kräuter gegossen. Die frischen Kräuter werden nur kurz (bis zu einer Minute) ziehen gelassen. Der Tee ist dann noch ganz hell: hellgelb oder hellgrün.
Getrocknete Kräuter ziehen etwas länger (ein bis zwei Minuten).
Wurzeln stellt man mit der angegeben Menge Wasser kalt zu, lässt kurz aufkochen und dann etwa drei Minuten ziehen.
Kaltauszug: Manche Kräuter dürfen nicht gekocht werden, da sie dann ihre Heilkraft verlieren. Ein Tee aus diesen Kräutern wird durch Kaltauszug gewonnen. Man lässt die angegebene Menge der Pflanze in kalten Wasser mehrere Stunden (meist über Nacht) auslaugen. Vor dem Trinken wird der Auszug selbstverständlich auf Trinktemperatur gebracht.
Tinktur (Essenz)
Tinkturen sind ebenfalls Auszüge. Sie werden mit Branntweinen hergestellt. Dazu wird ein verschließbares Gefäß bis zum Hals locker mit den jeweiligen Kräutern gefüllt und mit dem Branntwein übergossen. Das Gefäß bleibt dann gut verschlossen an einem warmen Platz 14 Tage oder auch länger stehen gelassen. Ab und zu muss geschüttelt werden. Zum Abschluss wird der dann abgeseiht und der Rückstand ausgepresst. Essenzen werden innerlich tropfenweise (verdünnt mit Tee) genommen; äußerlich werden sie für Umschläge oder Einreibungen verwendet.
Frischsaft
Säfte von Kräutern eignen sich zum tropfenweise Einnehmen oder zum Betupfen von kranken Körperstellen. Zur Herstellung werden sie zerkleinert und dann in einer Zentrifuge gegeben. Dadurch werden die Säfte herausgeschleudert. Die Säfte sollten täglich frisch hergestellt werden; sie halten sich aber auch in kleinen, lichtdichten Flaschen einige Monate lang, wenn sie kühl aufbewahrt werden.
Pflanzenbrei
Stängel und Blätter werden auf einem Holzbrett mit dem Nudelholz zu einem Blätterbrei zerrieben. Der Brei wird auf ein Tuch gegeben und auf die kranke Körperstelle gelegt. Der Breiumschlag muss warm gehalten werden und kann über die Nacht bleiben.
Kräuter-Dunstumschlag
In einem Topf wird Wasser zum Kochen gebracht, darüber hängt man ein Sieb, in das man die frischen oder getrockneten Kräuter legt und alles abdeckt. Sind die Kräuter aufgeweicht, gibt man diese in ein leicht gewebtes Tuch und legt es auf die erkrankte Stelle. Alles wird mit einem Wolltuch überdeckt und mit weiteren Tüchern festgebunden. Es darf kein Kältegefühl entstehen. Dunstumschläge lässt man zwei Stunden oder über Nacht einwirken.
Salben
Zwei gehäufte Doppelhände Kräuter werden klein geschnitten. 500g Schmalz werden erhitzt und die Kräuter hineingerührt. Man lässt es kurz überprasseln, rührt um, zieht die Pfanne vom Feuer, deckt zu und stellt sie über Nacht kalt. Am nächsten Tag erwärmt man das Ganze leicht, filtert durch ein Tuch und füllt die noch warme Salbe in vorbereitete Tiegelchen.
Öle
Man füllt die Blüten oder Kräuter locker in eine Flasche und übergießt sie mit kaltem Speiseöl, sodass das Öl zweinägelbreit über den Blüten oder den Kräutern steht. Das bleibt so etwas 14 Tage an einem warmen Ort stehen gelassen.
