Vom Leben in Kronenburg

Einleitung - Geschichte - Die Stadt - Leben in Kronenburg - Persönlichkeiten

Inhaltsverzeichnis

Arm und reich – die Bevölkerungspyramide

Die Bevölkerung Kroneburgs ist eine Gesellschaft der Gegensätze. Zahlreiche der sicherlich 100.000 Einwohner Kronenburgs leben in bitterer Armut, während andere wiederum einen schier unermeßlichen Reichtum angehäuft haben. Aufgrund der begrenzten Fläche der Stadt leben diese verschiedenen Bevölkerungsschichten sehr dicht beeinander, ohne dabei jedoch wirkliche Berührungspunkte zu haben. Aufgrund der Lage der Stadt und der geographischen Besonderheiten läßt sich im Grundsatz sagen: Je weiter ein Bürger Lamodans vom Fluss entfernt wohnt und je höher sein Haus gelegen ist, desto wohlhabender ist er.

Betrachten wir zunächst die breite Unterschicht der Stadt. Diese bewohnt die tiefer liegenden Viertel zu beiden Seiten des Flusses. Die ärmlichen Hütten und Häuser bieten keinen hohen Lebensstil und die Bewohner leben meist von der Hand in den Mund. Viele arbeiten als Tagelöhner im Hafen, wo es eigentlich immer etwas anzupacken gibt. Die Sklaverei ist eigentlich verboten, allerdings existiert eine Art Schuldknechtschaft, bei der insbesondere die ärmsten Familien über Generationen hinweg für ihre Herren arbeiten müssen, um sich irgendwann einmal freikaufen zu können. Selbst kleinste Unglücksfälle können dazu führen, dass ein neuer Kredit aufgenommen werden muss und damit die Schuldknechtschaft über Jahre hinaus verlängert wird. Doch auch dieses System hat seine Vorteile: Auch wer sich in Schuldknechtschaft befindet, muss nicht verhungern, denn kein Herr gefährdet wissentlich die Arbeitskraft seines Knechtes, indem er ihm in Notzeiten nicht mit Brot und anderen Nahrungsmitteln aushilft.

Weiter vom Fluss entfernt beginnen die bürgerlichen Stadtviertel. Die Bewohner dieser Gegenden, in denen die Häuser meist aus Stein errichtet sind, verdienen sich ihren Lebensunterhalt als Händler, Handwerker oder höher gestellte Arbeiter. Diese recht breite Mittelschicht ist das pulsierende Herz Kronenburgs.

Ganz oben in der Gesellschaft der Stadt stehen die reichen Händlerfamilien, die teilweise weit verzweigte Dynastien bilden. Sie schotten sich meist von den übrigen Stadtbewohnern ab und lenken die eigentlichen Geschicke der Provinz.

Politik in Kronenburg

Seit dem Sturz der früheren Herrscherfamilie ist Kronenburg eine Republik. Wählen kann im Prinzip jeder Bewohner der Stadt, allerdings muss man sich dafür vor der alle fünf Jahre stattfindenden Wahlen gegen eine Gebühr von einem Goldstück in eines der Wahlregister eintragen lassen. Das Wahlreicht bleibt somit de facto den besser gestellten Familien vorbehalten. In einigen Fällen schließen sich allerdings einige Straßenzüge zusammen und sammeln Geld, um das Stimmrecht für einen von ihnen bestimmten zu kaufen und somit wenigstens ein wenig mitreden zu können.

Gewählt werden kann jeder, der eine Summe von einhundert Goldstücken aufbringt und diese als Pfand hinterlegt. Erhält man genügend Stimmen, bekommt man einen Platz im großen Rat der Stadt, dem sechzig Mitglieder angehören. Diese beratschlagen regelmäßig über die wichtigsten Entscheidungen. Da der Rat meist aus Angehörigen der reichen Händlerfamilien besteht, werden diese meist bevorteilt, was zuweilen zu Unmutsbekundungen der unteren Bevölkerungsschichten führt.

Der Rat tagt in einem Seitenflügel des ehemaligen Herrscherpalastes – spöttischen Bemerkungen zufolge im ehemaligen Dienstbotentrakt. Dies entspricht der bewußt bescheidenen Art des Parlaments, die einen Gegensatz zum prunkvollen Leben der ehemaligen Herrscher bildet.

Derzeitige Präsidentin des Parlamentes ist seit einigen Jahren die 52jährige Halbalbin Olrike Taggelheim. Die reiche Händlerin gilt als gewiefter Taktikerin und hervorragende Diplomatin, die gut zwischen den verschiedenen Interessengruppen vermitteln kann. Ihre gesamte Politik ist darauf ausgelegt, die Macht und den Einfluss Kronenburgs zu stärken – und bis jetzt ist ihr dies auch immer sehr gut gelungen.

Fremde Völker in Kronenburg

Kronenburg ist eine von Menschen dominierte Stadt. Neun von zehn Bewohnern sind Menschen, aber auch zahlreiche andere Völker haben sich hier niedergelassen. Man kann die Stadt als großen Schmelztiegel der Kulturen bezeichnen. Die Zuwanderer aus anderen Teilen des Reiches der Tausend Nationen schotten sich meist nicht voneinander ab und legen schon bald ihre heimischen Riten und Gebräuche ab, um Teil einer großen und bunten Gesellschaft zu werden, die sich selbst als Mischung vieler verschiedener Völker versteht. So kann man die Kronenburger Kultur als einen bunten Mix aus den verschiedensten Völkern verstehen.

Generell ist man in Kronenburg Fremden gegenüber sehr aufgeschlossen. Als Bewohner einer Handelsstadt hat man gelernt: Fremde bringen meist Geld mit und daher ist es ratsam sie dazu zu bewegen, so bald wie möglich wieder zu kommen. Die Herkunft eines Kronenburgers ist daher auch von untergeordnetem Interesse, solange er sich als tüchtig erweist und etwas zum Wohle der Gesellschaft beitragen kann. Kaum jemand wird sich über eine von einem Feliden geführte Taverne, die Schneiderei eines Alben oder den Handwerksbetrieb eines Smills wundern. Im Hafenviertel soll es sogar einen Deformen geben, der mit Blumen handelt, und auch das orkische Bordell erfreut sich über einen regen Besucherverkehr...

Religion in Kronenburg

In religiösen Angelegenheiten zeigt man sich in Kronenburg äußerst liberal. Den Mächtigen der Stadt ist es egal, ob ihre Bürger an die Götter, obskure Götzen oder überhaupt nichts glauben, solange die Steuern bezahlt werden. Zwar gibt es einige prächtige Tempel in der Stadt, allerdings kann es auch vorkommen, dass gleich im Nachbarhaus ein finsterer Kult tagt, der in anderen Provinzen nur im Untergrund tätig sein könnte. Sicherlich birgt dies viel Konfliktstoff, allerdings ist es in den letzten Jahrzehnten kaum zu offenen Auseinandersetzunen zwischen verschiedenen Glaubensrichtungen gekommen.

Freizeit in Kronenburg

Seit einigen Jahrzehnten hat Kronenburgs Bürgertum eine neue Leidenschaft für sich entdeckt: Das Kratztick. Den reichen Händlern ist es zu verdanken, dass die Stadt ein großes Stadion mit mehr als 15.000 Sitzplätzen erhielt und eine der besten Mannschaften des gesamten Reiches unterhält. Diese bestand ursprünglich aus kräftigen Hafenarbeitern, wurde in den letzten Jahren aber weitestgehend mit Spielern aus anderen Provinzen verstärkt, die für ihre Spielkünste reicht entlohnt werden. Der Kronenburg-Pokal ist eine seit einiger Zeit jährlich ausgespielte Trophäe, zu der die besten Mannschaften des Reiches in einem drei Wochen andauernden Turnier antreten. Zu diesem Pokal eingeladen zu werden gilt schon als eine Ehre, der Gewinn wird in der Heimat meist volksfestartig gefeiert. Als das Kronenburger Team selbst nach vielen vergeblichen Anläufen den Pokal vor einigen Jahren selbst gewann, verfiel die gesamte Stadt in eine mehrere Tage andauernde Jubelfeier.

Wie Kronenburger über andere denken

Der Kronenburger, egal ob arm oder reicht, ist stolz auf seine Heimat. Insbesondere die Nachbarn aus Lamodan und Jenterian werden als Provinzler verspottet, aber auch Bewohner anderer Provinzen werden meist als leicht rückständig angesehen. „Was es heute in Kronenburg gibt, wird in einigen Jahren woanders erst eingeführt werden“ lautet so auch ein weit verbreiteter Spruch, der einen durchaus wahren Kern enthält: Als Handelsstadt, über die ein großer Teil des Warenverkehrs mit anderen Ländern abgewickelt wird, kommt Kronenburg meist zuerst in den Genuß ausländischer Errungenschaften. Die liberale Politik hat zudem dafür gesorgt, dass zahlreiche Querdenker und kreative Köpfe in der Stadt heimisch geworden sind und ihre Erfinden somit hier zuerst verbreitet werden.

Kronenburg und der Krieg

Kronenburg unterhält keine eigene Armee und es ist seinen Bürgern auch streng untersagt, in einem anderen Heer zu dienen. Diese Bestimmung gilt seit der Bombardierung der Stadt und wurde einst als Beschränkung der Macht Kronenburgs verstanden. Heutzutage freuen sich aber viele Kronenburger über diese Regelung, da sie somit nicht in den gemeinsamen Reichtstruppen dienen müssen. Davon abgesehen ist man allerdings einer der größten Exporteure von Kriegsmaterial. Insbesondere die örtlichen Alchemisten sind führend auf dem Gebiet der Herstellung von explosivem Material.

Persönliche Werkzeuge